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Zwischenmenschliches und unbefriedigende Aufgaben / Vorsitzende und Stellvertreter treten im März ab

Schock für das Museum: Schwager hört auf

Springe. „Ich habe seit Monaten Bauchschmerzen und schlaflose Nächte“, sagt sie. Jetzt zieht Angelika Schwager die Reißleine: Die studierte Geologin wird als Vorsitzende des Museumsvereins im März zurücktreten. Und: Mit ihr rückt gleichzeitig die halbe Vorstandsriege ab.

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Autor:

Markus Richter

Schwager begründet ihren Schritt gleich mehrfach: Zum einen seien da persönliche, aber auch zwischenmenschliche Gründe. Die Harmonie im Museum – sie ist Beobachtern zufolge schon länger getrübt. Gegenüber den männlichen Vorstandskollegen musste sich Schwager von Anfang an behaupten, musste Steine aus dem Weg räumen. Und es sind die Rahmenbedingungen, die der 59-Jährigen nicht mehr passen: zu viel Sekretärinnenarbeit – spätestens, seit die Schreibkraft im Vorzimmer vor einem halben Jahr aufhörte – und zu wenig Platz für die eigentlichen Aufgaben einer Museumsleiterin.

Schwager hatte sich bereits wegbeworben, wollte nach Süddeutschland gehen und dort ein heimatkundliches Projekt in einer Naturkundeeinrichtung leiten. „Das scheiterte aber an den Rahmenbedingungen – obwohl ich oben auf der Liste stand“, sagt sie.

Zusammen mit Schwager nimmt auch Pressesprecher Helmut Busse seinen Hut. Beide hatten stets vertrauensvoll zusammengearbeitet. Auch Vize-Chef Helmut Kürsten wird im März bei den Vorstandswahlen nicht mehr kandidieren – es hatte eine Vereinbarung zwischen ihm und Schwager gegeben: Wenn einer aufhört, dann folgt der andere. „Die Situation ist schon pikant, sie hat sich hochgeschaukelt“, sagt Busse, der im Vorstand stets als Ruhepol galt, als ausgleichender Typ. Töpfermarkt, Ausstellungen, Pottland-Aktion, Arbeitskreis Kleine Museen, Kindergeburtstage und Fundberatung – all diese Veranstaltungen müssen bald andere organisieren.

Schwager ist nicht nur Geologin, sondern auch Paläontologin. Sie verbringt einen Großteil ihrer Zeit auf dem Burghof. Und könnte sich unter Umständen sogar vorstellen, weiter zu machen – nur eben nicht als Kopf der Einrichtung. Vielleicht wird sie die Inventarisierung des Archivs fortführen. Dort ist nämlich die von der Stadt geförderte Stelle von Yvonne Ebeling planmäßig für dieses Jahr ausgelaufen. Auch Busse überlegt, nach den Wahlen im März weiter beratend tätig zu sein. Abhängig ist das wohl von den dann folgenden personellen Konstellationen.

Schwager hängt am Springer Museum. „Es liegt mir sehr am Herzen, das war schon als Kind so.“ Als Schülerin ging sie dort ein und aus, gehörte ihr Vater, Archäologe Werner Baatz, doch zur Gründergeneration. Schwager wurde am 27. März 2008 als Nachfolgerin von Professor Horst Callies ins Amt gewählt.



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