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Schnee räumen: So reagieren Stadt und Region auf die Kritik

SPRINGE. Ja, es ist Winter rund um den Deister. Und das sorgte zuletzt nicht nur für Glücksmomente bei Wintersportfans, sondern auch für Frust bei Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern. Das bekommt unter anderem auch die Stadt zu spüren.

Alles weiß: Auf der Straße Am Grünen Brink liegen am Dienstagnachmittag Schnee- und Eismassen. FOTO: HELMBRECHT
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Tatsächlich hat der Ärger über Schneemassen auf den Straßen einen ernsten Hintergrund: Immerhin war es auf der Kreisstraße zwischen Völksen und Mittelrode wegen massiver Schneeverwehungen zu einem schweren Unfall gekommen.

Dafür, dass Kreisstraßen geräumt werden, ist eigentlich die Region zuständig. Deren Sprecher Klaus Abelmann, betont, am Unfallort habe man zwar die Zahl der Streckenkontrollen erhöht – „aber bei solchen Wetterlagen können wir nicht dafür sorgen, dass rund um die Uhr der Asphalt zu sehen ist“. Auch Zäune seien kein Allheilmittel gegen Schneeverwehungen, die auf der Kreisstraße 216 zum Unfall geführt haben. Letztlich hilft es also alles nichts: Im Winter müssen Autofahrer ihre Fahrweise der Witterung anpassen.

Die Mitarbeiter von Friedhelm Fischer, dem Leiter des Geschäftsbereich Hannover des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, sind für Landes- und Bundesstraßen zuständig. Auch auf der B 217 hatte es am Wochenende zwischen Springe und Altenhagen I Schneeverwehungen gegeben – ähnlich wie jene, die auf der Kreisstraße zu dem Unfall geführt haben. Einige Autos landeten im Graben.

Und da stellt der Behördenchef klar, dass seine Mitarbeiter „nicht überall gleichzeitig sein können“. Heißt: Wenn ein Straßenabschnitt, der bereits geräumt und abgestreut ist, vom Wind ruckzuck wieder eine Schneeschicht bekommt, könne kein Winterdienst garantieren, dass er sofort wieder vom Schnee befreit wird. „Wir versuchen an solchen Stellen zwar, häufiger zu kommen“, sagt Fischer, letztlich sei es aber an den Autofahrern, der Witterung entsprechend angepasst zu fahren, um Unfälle zu vermeiden. „Wir versuchen, alle Straßen möglichst freizuhalten – aber das geht nicht rund um die Uhr.“

Auch Springes Bürgermeister Christian Springfeld bittet Autofahrer um Verständnis dafür, dass die Straßen im Winter nicht immer wie eine Rennpiste präpariert werden. Um die 180 Kilometer städtischer Straßen kümmern sich die 40 Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes. „Dafür stehen ihnen vier große und vier kleine Räumfahrzeuge zur Verfügung, mit denen nachts um 4 Uhr acht Trupps starten, um Gefahrenpunkte und die übrigen Straßen in der Reihenfolge ihrer Verkehrsbelastung und Bedeutung zu räumen“, erläutert Springfeld, nachdem unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook Kritik an nicht oder – in den Augen der Nutzer – ungenügend geräumten Straßen laut geworden war. Springfeld stellt klar, dass die Straßen „nach Möglichkeit passierbar, nicht etwa eisfrei zu halten“ seien.

Wohn- und Nebenstraßen mit Anliegerverkehr hätten dabei keine Priorität. „Hier muss man angepasst fahren und wenn das geparkte Auto in einer Schneeverwehung steckt auch mal selbst zur Schneeschaufel greifen“, sagt der Bürgermeister. Es sei unmöglich, einen Winterdienst zu betreiben, der immer und überall für normale Straßenverhältnisse sorge. Springfeld: „Es ist halt Winter. Darauf muss man sich auch einfach mal einstellen. Mehr Reisezeit einplanen, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Unnötige Wege vermeiden“, zählt der Bürgermeister auf.

Priorität hätten Gehwege. „Hier hält die Stadt die Wege begehbar, für die sie selbst rechtlich zuständig ist. Hier ist jeder Anlieger aber auch selbst in der Pflicht, den Gehweg vor seinem Grundstück sicher begehbar zu halten. Fazit: „Wir tun, was wir können, da wo es nötig ist und oft sogar noch einiges mehr.“

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