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Schnappschüsse verboten

Sommer, Sonne, Badesaison. Jetzt in der Ferienzeit locken die Springer Bäder viele Besucher an. Und für einige gehört ein Schnappschuss in Badebekleidung einfach dazu. Aber ist Fotografieren in Schwimmbädern eigentlich erlaubt?

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Autor:

von Sandra Hermes

SPRINGE. Sommer, Sonne, Badesaison. Jetzt in der Ferienzeit locken die Springer Bäder viele Besucher an. Und für einige gehört ein Schnappschuss in Badebekleidung einfach dazu. Aber ist Fotografieren in Schwimmbädern eigentlich erlaubt? Und wie schützt man sich, wenn man ungewollt auf einem Foto auftaucht?

Ob in Bädern fotografiert werden darf oder nicht, fällt in den Bereich des Privatrechts. Je nach Bad und dessen Badeordnung kann das also unterschiedlich ausfallen. Im Öffentlichen Recht verbietet kein Gesetz das Fotografieren in öffentlichen Bädern. Trotzdem ist das Fotografieren Fremder dabei nicht unproblematisch. Gerade wenn leicht bekleidete Frauen oder Kinder fotografiert werden, kommt schnell der Verdacht auf, die Aufnahmen könnten der Befriedigung des Sexualtriebes dienen.

Gibt es in Springer Bädern ein grundsätzliches Foto-Verbot?

„Ein solches Verbot für alle Bäder gibt es nicht“, sagt Werner Mosch vom Ordnungsamt der Stadt Springe. „Viele Freibäder gehören einem Verein an, sodass die Bäder im Eigenbetrieb geführt werden und die Verantwortlichen selbst entscheiden, wie sie es mit Handybildern handhaben.“ Er könne nur für das Hallenbad in Springe sprechen, das sich in städtischer Hand befindet. In der dortigen Badeordnung stehe geschrieben, dass im Hallenbad ausdrückliches Fotografierverbot herrsche. Einzige Ausnahme seien vorab angemeldete Pressetermine oder extra angesetzte Fotoshootings.

Greifen Bademeister ein, wenn fotografiert wird?

Im Hallenbad in Springe ja. „Wenn ganz offensichtlich Fotos gemacht werden, auf denen auch andere Menschen unfreiwillig abgelichtet werden, wird eingegriffen“, so Mosch. Badbetriebsleiterin Uta Kruse bestätigt das. „Wenn ich sehe, dass im Hallenbad unrechtmäßig fotografiert wird, mache ich auf die Problematik aufmerksam,“ erklärt sie und ergänzt: „Es gibt natürlich schon Fälle, da erkenne ich gleich, wie harmlos die Situation ist. Wenn zum Beispiel eine Mutter ihr Kleinkind fotografiert. Trotzdem muss ich aufpassen. Heute landen viele Fotos zu schnell auf Facebook oder anderen Plattformen. Das kann schnell zu Mobbing führen.“

Wie regelt die Badeordnung im Springer Hallenbad das Thema Fotografieren?

In der Haus- und Badeordnung für die Benutzung des Hallenbads der Stadt Springe heißt es, Geräte, mit denen fotografiert und/oder gefilmt werden könne, dürfen in den textilfreien Bereich nicht mitgenommen werden. In anderen Bereichen dagegen schon.

Fremde Personen dürfen jedoch „ohne deren Einwilligung“ nicht fotografiert oder gefilmt werden. Wer ein Foto mit seinen Freunden machen will, der darf das also tun. Beim Fotografieren sollte allerdings darauf geachtet werden, keine Fremden vor die Linse zu bekommen, auch nicht im Hintergrund.

Werner Mosch rät, in der Regel immer auf die Badeordnung des jeweiligen Bads zu achten. Falls man selber auffälliges Verhalten bemerke oder nicht damit einverstanden sei, fotografiert zu werden, sollten sich die Betroffenen direkt an den Bademeister wenden. Dieser könne den Schutz der Badegäste am besten durchsetzen.

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