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Was gibt es heutzutage noch für 10 Cent? / Auf der Suche in der Springer Innenstadt

Schnäppchenjagd mit ganz wenig Einsatz

Springe. Mit dem Euro starb er aus, der gute alte Groschen. Wir wissen von unseren Eltern: Damals gab es ganz viel fürs ganz kleine Geld. Ist das heute mit dem Zehn-Cent-Stück auch noch möglich? Ein Test in zahlreichen Geschäften der Springer Innenstadt liefert in der Tat erstaunliche Ergebnisse.

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Autor:

Ronja Benseund Philip Borgmann

Klar, Plastiktüten gibt es in fast jedem Geschäft für zehn Cent zu kaufen, manchmal auch geschenkt. Natürlich braucht es ein paar Anläufe um ein solches Schnäppchen zu ergattern, doch auch hier stellt sich heraus: Wer sucht, der findet.

In der Alten Deister Apotheke versuchen die Mitarbeiter bei unserem Besuch tatkräftig, die günstigsten Artikel in den Schränken zu finden. Nach zwei bis drei Minuten liegen tatsächlich eine fünftel Rolle Traubenzucker, eine Verbandsklammer und eine kleine Spritze auf dem Tresen. Immerhin. Wir ziehen weiter. Im Fotostudio Nitsche gibt‘s nichts Passendes für unseren Versuch, aber dafür ein Lachen. Ganz umsonst, versteht sich. Überraschend groß fällt die Ausbeute beim nächsten Laden aus – und dort wundert sich niemand über unsere Anfrage: Kleinigkeiten wie eine gelbe Filzblume, eine Holzperle und ein Mosaiksteinchen wechseln beim Bastelbedarf „Dies und Das“ für je zehn Cent den Besitzer. Ein kleines „Glitzersteinchen“ finden wir außerdem im Angebot, wobei die Namensgebung schwerer als die Suche fällt.

Die Goldgrube am Oberntor verlassen wir zunächst mit leeren Händen und langen Gesichtern. Doch aufgeben – das kommt nicht in die Tüte. Ein paar Minuten später sind wir wieder da. Die kurze Zeit hat die freundliche Dame genutzt und kräftig gewühlt. Es ist zwar kein Edelmetall geworden, aber immerhin ein kleines grünes Steinchen, das sie uns freudig übergibt. Wahrscheinlich, weil wir so nett sind, kriegen wir den Stein sogar umsonst...

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„Früher haben die Lutscher bei uns zehn Cent gekostet – die gibt‘s aber nicht mehr“, erfahren wir im Dänischen Bettenlager. Bei Weitem kein Einzelfall. Für Schnäppchenjäger mit kleinem Geldbeutel bieten dafür die Bäckerei Schlombs und der Kiosk Kallis ein paar Süßigkeiten an. Weingummi-Schnuller. Das Stück fünf Cent. Kaugummi, zehn Cent.

Sind gestiegene Personalkosten für die Inflation im Billigsektor verantwortlich? Offensichtlich nicht, denn warum sonst kostet die kleine Kugel im guten alten Kaugummiautomaten inzwischen mindestens 20 Cent? Selbst wir wissen noch: Ein Kaugummi gab‘s früher für zehn Pfennig… Ein Glück, dass es Discounter gibt. Bei Kik finden wir gleich kistenweise reduzierte Artikel. Ein Dreierpack Pinsel, ein Plastikbecher, eine Dekoblume, sogar eine grüne Gießkanne – alles für je unglaubliche zehn Cent. Zuletzt erhalten wir auch die Tragetasche für unseren veranschlagten Preis. Bei Mäc Geiz verspricht der Name in diesem Fall mehr, als er halten kann. Nicht ein einziger Artikel steht in dieser Preislage zum Verkauf.

Ähnlich läuft es auch bei Schlecker: Das günstigste Produkt sind die einzelnen Taschentücherpackungen, die für 15 Cent erworben werden können. Das ist zwar nah dran an unserer Preisvorstellung, aber leider trotzdem zu teuer. Natürlich werden Artikel mit einem solchen Tiefstpreis oft auch einfach verschenkt. Obwohl diese Tatsache unsere Schnäppchenjagd etwas erschwert, kommen wir dennoch zu überraschenden Ergebnissen: Zehn Cent sind noch was wert.



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