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Schließung von Bennigsens Außenstelle sorgt für Protest

BENNIGSEN. In Bennigsen formiert sich Widerstand gegen die von der Stadt angedachte Schließung der Verwaltungsaußenstelle im Ort: Binnen neun Tagen haben 200 Bürger auf einer Unterschriftenliste für den Erhalt der Verwaltungsaußenstelle geworben.

Geht gegen die Schließung vor: Marita Gniesmer mit einer Kopie der Unterschriftenliste für den Erhalt der Außenstelle. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Rückendeckung bekommt Mitinitiatorin Marita Gniesmer auch von Ortsbürgermeister Jörg Niemetz (CDU).

Wie berichtet, schlägt die Stadt vor, die Ortsteilrathäuser ab Mai zu schließen. Während diese Idee in Völksen vom dortigen Ortsrat abgenickt worden ist, kündigt sich in Bennigsen Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung an – sowohl in der Politik als auch in der Bürgerschaft.

„Die Argumentation der sinkenden Besucherzahlen mit gleichzeitig verschlechterten Öffnungszeiten kann vor dem Hintergrund einer bürgernahen Verwaltung keinen Bestand haben“, argumentiert Gniesmer. Sie hat aus diesem Grund Unterschriftenlisten in Geschäften in Bennigsen ausgelegt, auch Vereine haben sich an der Aktion beteiligt. Sie betont: „Wir haben nicht alle Haushalte erreicht.“ Ansonsten wäre die Resonanz auf die Aktion womöglich noch größer gewesen.

Die ersten 200 Unterschriften hat Gniesmer an Ortsbürgermeister Jörg Niemetz überreicht. Der begrüßt die Aktion und zeigt Verständnis für das Anliegen: „Die Bürger haben Angst, dass ihnen etwas verloren geht.“ Deshalb will er das Thema während der kommenden Ortsratssitzung zur Diskussion stellen. Seine Befürchtung ist, dass gerade ältere Bennigser durch die Schließung des Ortsteilbüros in Schwierigkeiten geraten könnten. „Für sie ist die Außenstelle die einzige Möglichkeit, Kontakt mit der Verwaltung aufzunehmen.“ Deshalb wünscht sich der Ortsbürgermeister, dass die Verwaltung in Sachen Alternativen konkretere Vorschläge macht. Zwar wurde etwa ein Shuttle-Service für Senioren zum Rathaus in Springe ins Spiel gebracht – die Idee ist für den Bennigser in der Verwaltungsvorlage zu wenig konkret erklärt worden. „Es ist nicht klar, wer gefahren werden würde – und wer nicht.“ Niemetz wünscht sich, dass die Verwaltung den Bürgern in der Hinsicht einen Vertrauensvorschuss gibt – und nicht alle Nutzer unter Verdacht stellt, das Fahr-Angebot zu missbrauchen.

Gniesmer arbeitet sich am Argument der Stadt für die Schließung ab: „Es sollte einer bürgernahen Verwaltungsführung gelingen, den Verwaltungsaußenstellen Aufgaben zuzuordnen, die auch eine Auslastung des eingesetzten Personals erwarten lassen“, meint sie. So sollten auch Ausweispapiere in Bennigsen abgeholt werden können. „Geht nicht, gibt es nicht – diese Philosophie sollte in der heutigen Zeit auch Ziel der Stadtverwaltung sein“, fordert sie.

Diskutiert wird darüber während der nächsten Sitzung des Ortsrates am Mittwoch, 13. Februar. Niemetz hofft dann auf Vorschläge aus den Reihen der Ortsratsmitglieder: „Ich bin für Ideen offen“, sagt er. Um 19 Uhr haben in der Aula der Peter-Härtling-Schule auch Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Dann wird wohl auch Marita Gniesmer mit dabei sein. Für sie war es sofort klar, dass sie sich gegen eine mögliche Schließung wehren und etwas unternehmen würde: „Man muss ja etwas machen“, sagt sie. Zwar hätten ihr Bekannte davon abgeraten, Geduld und Zeit in das Thema zu investieren mit dem Hinweis dass die Sache ohnehin schon beschlossen sei. Das aber will die Bennigserin als Argument nicht gelten lassen – sie glaubt, dass es sich immer lohnt, sich einzumischen.

Und sie hat eine Idee, die für mehr Bürgerbeteiligung und weniger Politikverdrossenheit führen könnte: „Es wäre doch schön, wenn alle Bennigser zur Schließung der Verwaltungsaußenstelle befragt würden.“ Das könnte sie sich etwa in Form einer Online-Befragung vorstellen, bei der die Bürger angäben, was sie von einer Schließung halten.

Niemetz sagt, dass sie überzeugt davon sei, dass dass die geringe Bürger-Resonanz auf das Angebot in Bennigsen darauf zurückzuführen ist, dass das Angebot bereits im Vorfeld massiv ausgedünnt worden sei. Tatsächlich ist die Service-Stelle ohnehin nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet – früher waren es drei Tage. Überdies hat die Außenstelle an vielen Tagen, an denen sie eigentlich geöffnet haben sollte, zu. Zum Beispiel am Freitag. Die Stadt nennt personelle Gründe dafür, dass der Service in Bennigsen an diesem Tag nicht angeboten werden kann. Und verweist stattdessen auf den Bürgerservice im Rathaus in der Kernstadt.

Die Bennigserin glaubt, dass viele Bürger wegen der häufigen Ausfallzeiten ohnehin nicht mehr ins Servicebüro in Bennigsen gingen, sondern gleich nach Springe, weil sie da sicher sein könnten, dass auch Personal da ist. „Wäre das Angebot verlässlich, wäre auch die Nachfrage größer“, ist sie überzeugt.



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