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Drogeriemarktkette schließt zum Jahresende Märkte in Eldagsen, Bennigsen und in der Kernstadt

Schlecker verabschiedet sich aus Springe

Springe (mf). Die Drogeriemarktkette Schlecker zieht sich komplett aus Springe zurück. Zum Jahreswechsel werden die drei Filialen in Eldagsen, Bennigsen und in der Springer Kernstadt geschlossen. Das Unternehmen bestätigte gestern auf Anfrage entsprechende Informationen der Neuen Deister-Zeitung.

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Der Schlecker-Markt am Niederntor schließt am 4. Januar, zeitgleich mit dem Geschäft an der Hauptstraße in Bennigsen. Bereits am 28. Dezember soll für die Filiale am Eldagsener Pfingstanger Schluss sein. Betroffen sind nach Angaben von Firmensprecher Patrick Hacker insgesamt sieben Mitarbeiter. Ihnen allen seien „Ersatzarbeitsplätze in der Umgebung“ angeboten worden. Wie viele der Beschäftigten davon Gebrauch machen wollen, konnte er nicht sagen.

Laut Hacker sind es wirtschaftliche Gründe, die das zuletzt rote Zahlen schreibende Unternehmen bewogen haben, alle drei Standorte in Springe aufzugeben. Seit dem Sommer seien bundesweit alle Geschäfte der Kette auf dem Prüfstand. Im Falle von Springe, Eldagsen und Bennigsen zeichneten sich langfristig keine zufriedenstellenden Umsatzperspektiven ab.

Über die Ursachen im Einzelnen kann Hacker keine Angaben machen. Zumindest im Falle der Niederntor-Filiale dürfte aber die neue Konkurrenz an der Osttangente eine gewichtige Rolle spielen. Im dortigen Fachmarktzentrum hat vor zwei Jahren ein großer dm-Drogeriemarkt eröffnet.

Anfang November erst wurde die ebenfalls zum Schlecker-Konzern gehörende Ihr-Platz-Filiale am Springer Marktplatz geschlossen. Und vor einem Jahr hatte Schlecker seine Geschäftsstelle in Völksen aufgelöst und eine von den bis dahin noch zwei Filialen in Eldagsen dicht gemacht.

Dort ist der Schock jetzt auch besonders groß. Ortsbürgermeister Ralf Burmeister räumt ein, mit einer solchen Hiobsbotschaft nicht gerechnet zu haben. Es ist der zweite schwere Schlag dieser Art binnen kurzer Zeit. Unlängst war bekannt geworden, dass auch der Penny-Markt als unmittelbarer Schlecker-Nachbar am Pfingstanger zum Jahresende schließt (wir berichteten). „Das tut schon sehr weh“, sagt Burmeister traurig. Ärgerlich sei das Marktsterben nicht nur, weil damit das Gewerbegebiet an Anziehungskraft verliere, sondern auch, weil die Schließungen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt erfolgten, an dem man sich mit aller Kraft der Stadtsanierung widme. „Da bemühen wir uns mit hohem finanziellen Aufwand, die Stadt attraktiver zu gestalten und kämpfen an der Langen Straße um den Erhalt jedes einzelnen Ladengeschäfts – und dann so etwas“, sagt Burmeister enttäuscht. Es wird vermutlich nicht leicht werden, Nachmieter für die Immobilie am Pfingstanger zu finden, glaubt der Politiker, „ein Schuh- oder ein kleiner Heimwerkermarkt wären sicher schön“.

Auch Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische zeigte sich von den Schließungsplänen überrascht. Die Stadt werde alle Hebel in Bewegung setzen, um dauerhaften Leerstand zu verhindern.



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