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Springe fliegt aus Landes-Förderprogramm für Straßensanierung / Kernstadt bereitet die meisten Sorgen

Schlaglöcher: Verwaltung scheitert mit Antrag

Springe (zett). Die Straßen in der Kernstadt werden immer schlechter – und Hoffnung auf Linderung ist nicht in Sicht. Gerade erst scheiterte die Verwaltung mit einem millionenschweren Antrag auf Fördergelder des Landes.


Das Bauprogramm habe „eine solche Antragsflut“ ausgelöst, dass das Land die Kriterien für Förderungen ständig verschärft habe – „sodass wir nach und nach mit allen Straßen rausgeflogen sind“, erklärt Gennat. So habe das Land etwa Sanierungsvorschriften wie die Verringerung der Fahrbahnbreite und das Anlegen neuer Radwege eingeführt. „Das wäre für die bei uns infrage kommenden Straßen einfach nicht sinnvoll gewesen“, erklärt Gennat, „wir hätten uns dadurch wieder neue Verkehrsprobleme bereitet.“

Und die sind schon so groß genug – besonders auf den Hauptverkehrsstraßen in der Kernstadt. Fünfhausenstraße, Rosenstraße, Hinter der Burg, Völksener Straße – „da haben wir große Probleme“, klagt Gennat. In den Ortsteilen ist die Situation aus Sicht der Stadt meist entspannter, hier sind die vielbefahrenen Straßen oft Landes- oder Kreisstraßen, für die Springe nicht zuständig ist.

Für Gennat und seine Kollegen bedeutet die Absage vom Land einen weiteren Rückschlag im Duell mit den Schlaglöchern. „Wir kämpfen darum, uns so lange wie möglich über die Runden zu retten“, sagt er. Soll heißen: Weitersplitten und flicken – „und der Investitionsstau wird immer größer“, befürchtet Gennat. Die vorübergehenden Reparaturen halten immer nur zwischen einem und fünf Jahren: „Dann geht es wieder von vorne los.“

Manchmal ist genug Geld da, um einzelne Straßen auch großflächiger abzufräsen. „Einen halben Verband, kein Pflaster“, nennt Straßendoktor Gennat so eine Maßnahme – und weiß auch, dass sie trotzdem „weit von einer dauerhaften Lösung entfernt ist“.

Das, was droht, wenn das Ende der Fahnenstange erreicht ist, will Gennat nicht so recht aussprechen. Das Land hat schon einmal angekündigt, eventuell die völlig kaputte Straße zwischen Springe und Bad Münder zu sperren. Und die Stadt? „Der Verkehr muss ja weiter laufen“, sagt Gennat nur. Ihn beschäftigen jetzt erst einmal der Frost und die Feuchtigkeit – sie verschlimmern die Straßenzustände. „Dieser Winter wird bestimmt spannend“, sagt Gennat. Aber Vorfreude schwingt nicht mit in seiner Stimme.

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