weather-image

Schlafender Riese: Das Sparkassen-Hochhaus in Springe

SPRINGE. Leer heißt auch leise, das merkt man sofort. Die ersten Schritte durch das Treppenhaus hallen unnatürlich, dann gewöhnt man sich langsam daran. Investor Stefan Rehse hat der NDZ die Türen zum verwaisten und stillgelegten Sparkassen-Hochhaus geöffnet.

Blick in die frühere Schalterhalle: Das alte Sparkassenhochhaus an der Bahnhofstraße soll zu neuem Leben erweckt werden. Foto: Zett
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Er will das Gebäude mit Millioneinsatz grundsanieren, Büros, Wohnungen und einen Veranstaltungsraum schaffen. Bis Ende des Jahres soll der Bauantrag fertig sein, dann bekommt ihn die Stadt. Sobald dann die Genehmigung kommt, soll es an der Bahnhofstraße auch nach außen sichtbar losgehen.

Schon jetzt laufen hier aber die Arbeiten: Das Wohnhaus hinter dem Betonkoloss wird schon seit einer Weile instandgesetzt, auch hier sollen Wohnungen entstehen.

Im früheren Sparkassen-Gebäude selbst kommt man sich unterdessen vor wie ein Archäologe: Schicht um Schicht offenbart das Gebäude seine Vergangenheit. Die verlassene Arztpraxis im ersten Stock wurde offenbar schon vor Jahrzehnten eingerichtet – Teppiche und Tapeten deuten darauf hin. Weiter oben wird es moderner. Hier war noch bis vor einigen Jahren ein Arzt – bis die Sparkasse den letzten Mietern kündigte.

270_0900_115607_IMG_0502.jpg
Die freigelegten Versorgungsschächte zeigen: Unter den Fenstern liegt direkt die dünne Außenhaut des Gebäudes. Gedämmt ist hier nichts. Foto: Zett
  • Die freigelegten Versorgungsschächte zeigen: Unter den Fenstern liegt direkt die dünne Außenhaut des Gebäudes. Gedämmt ist hier nichts. Foto: Zett
„Diskretion“: In zahlreichen Etagen stehen noch Einrichtungsgegenstände von Arztpraxen. Foto: Zett
  • „Diskretion“: In zahlreichen Etagen stehen noch Einrichtungsgegenstände von Arztpraxen. Foto: Zett
Von außen: Das Sparkassen-Hochhaus an der Bahnhofstraße 11 bis 13. Foto: Zett
  • Von außen: Das Sparkassen-Hochhaus an der Bahnhofstraße 11 bis 13. Foto: Zett
270_0900_115607_IMG_0502.jpg
Die freigelegten Versorgungsschächte zeigen: Unter den Fenstern liegt direkt die dünne Außenhaut des Gebäudes. Gedämmt ist hier nichts. Foto: Zett
„Diskretion“: In zahlreichen Etagen stehen noch Einrichtungsgegenstände von Arztpraxen. Foto: Zett
Von außen: Das Sparkassen-Hochhaus an der Bahnhofstraße 11 bis 13. Foto: Zett

Das Haus ist streng genommen alles andere als leer: Nicht nur unten in der Schalterhalle der Sparkassenfiliale stehen noch wuchtige Möbelstücke. Sie alle sollen nach und nach weichen, sobald Rehse mit der Entkernung beginnt. Wer von hier die einzelnen Stockwerke erkunden will, muss gut zu Fuß sein: Nach oben geht es nur durch die Treppenhäuser; die Aufzüge sind stillgelegt.

Empfangstresen längst ausgezogener Mediziner bitten nach wie vor per Zettel um „Diskretion“, Plastikpflanzen und anderer Abfall liegt auf dem Boden. Laborschränke, Garderobenhaken, Behandlungskabinen hinter Vorhängen: Einige haben hier ihre gesamte Einrichtung zurückgelassen.

Abgehängte Heiz- und Lüftungsanlagen offenbaren die eigentümlich wirkende Bauweise des Kolosses: Eine Dämmung oder eine massive Außenwand gibt es nicht. Die nur wenige Zentimeter dünne Außenhaut wirkt hier, als könne man sie mit geringem Kraftaufwand einfach durchstoßen. Die Bauweise des Hochhauses – ein Skelett mit quasi davor gehängten Fassaden – bestimmt auch die Sanierungsart, die Rehse vorschwebt: Innen sollen alle Leichtbauwände weichen, die Etagen renoviert und völlig neu zugeschnitten werden. Die neuen Fassaden will der Investor vor den Rohbau hängen.

Wer es bis ganz nach oben in den neunten Stock schafft, der wird nicht nur mit einem atemberaubenden Blick über Springe belohnt. Sondern er sieht auch einen besonderen Raum mit besonderer Perspektive: Wo die Sparkasse früher Konferenzen abhielt, will Rehse einen Veranstaltungsraum mit Ausblick schaffen, den er dann an Firmen und Privatleute vermietet.

Um den Panorama-Effekt mit Kernstadt-Blick zu verstärken, soll die gesamte Etage bodentiefe Fenster bekommen. Bis dahin fährt dann auch der Aufzug wieder.

270_0900_115607_IMG_0502.jpg
Die freigelegten Versorgungsschächte zeigen: Unter den Fenstern liegt direkt die dünne Außenhaut des Gebäudes. Gedämmt ist hier nichts. Foto: Zett
„Diskretion“: In zahlreichen Etagen stehen noch Einrichtungsgegenstände von Arztpraxen. Foto: Zett
Blick in die frühere Schalterhalle: Das alte Sparkassenhochhaus an der Bahnhofstraße soll zu neuem Leben erweckt werden. Foto: Zett


Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt