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Schille in Bennigsen: Vergangenheit unter der Schaufel

BENNIGSEN. Endlich könnte es an der Schille in Bennigsen Bauland geben - doch vorher muss dort noch geforscht werden.

Ein Bagger einer archäologischen Grabungsfirma schürft derzeit zwischen Schille und Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße den Boden ab – und wirft etliche Erdhügel auf der Fläche auf. Foto: Mischer

Autor:

Anne Brinkmann-Thies und Ralf T. Mischer

Er bekommt regelmäßig Anfragen, sagt Jörg Niemetz: Wo in Bennigsen kann man bauen? Die muss der Ortsbürgermeister dann regelmäßig negativ beantworten: Ein Baugebiet gibt es nicht im Ort. Noch nicht. Das könnte sich aber schon bald ändern. Allerdings besteht da bislang noch eine nicht unerhebliche Hürde auf dem Weg in die Bau-Zukunft – und zwar mögliche Überreste der Vergangenheit.

„Bennigsen ist schon gefragt – es ist eben ein Stadtteil mit einer super Infrastruktur und guter Bahn-Anbindung“, schwärmt Niemetz über die Vorteile des Orts, die das Interesse bei zahlreichen Bauwilligen wecken würden. Aber bauen können sie eben in dem Ort nicht im größeren Umfang . Bis jetzt.

Seit Jahren gilt die Fläche zwischen der Straße Zur Schille und der Friedrich-Ludwig-Jahn Straße als Favorit für ein mögliches Neubaugebiet in Bennigsen. Geplant wurde seit langer Zeit immwe wieder, geschehen ist bis jetzt nichts. Doch nun rollt an der Schille der Bagger.

Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) möchte auf einer Fläche von rund 3,6 Hektar ein Baugebiet entwickeln. Das erklärte der Geschäftsführer der HRG, Matthias Böhle, auf Anfrage. Die Vorbereitungen, wie etwa Gespräche mit den Eigentümern, liefen. Ein Teil der Fläche sei Kirchenland, ein anderer in privatem Eigentum, erklärte er.

Zunächst gelte es aber, diverse Fragestellungen und Probleme zu lösen. Da sei zum einen das Thema Lärm, das die nahe verlaufende Bahntrasse mit sich bringe. Beackert werden müsse zudem der Bereich Natur- und Artenschutz. Und, gerade ganz aktuell, die Archäologie. Derzeit legt die Firma Archaeofirm neun sogenannte Sondagen auf dem Gebiet an, um herauszufinden, ob es dort archäologisch relevante Funde gibt.

Auf einer Breite von fünf Metern hat ein Bagger des Unternehmens aus Isernhagen deshalb den Boden in langen Schneisen abgetragen. Mögliche Verfärbungen, die auf frühere Besiedlung hinweisen könnten, werden dabei dokumentiert. Die Archäologie könne unter Umständen ein großes zeitliches, aber auch finanzielles Risiko darstellen, erklärte HRG-Geschäftsführer Böhne. Deshalb sei es sinnvoll, vor einer Projektentwicklung zu prüfen, ob es archäologisch bedeutsame Funde gebe. Ein Ergebnis der Schürfungen in Bennigsen liege ihm aber noch nicht vor, so Böhne. Betreut wird die Sondierung möglicher früherer Siedlungsspuren von Ute Bartelt, Kommunalarchäologin bei der Region Hannover. Sie berät die Stadt Springe als Untere Denkmalschutzbehörde, erklärt ein Pressesprecher der Region Hannover.

„Es ist noch ein weiter Weg bis zu einem möglichen Baugebiet, wir sind aber guten Mutes, dass wir es entwickeln können“, sagte Böhne. Gleichwohl hofft er auf Zugeständnisse bei den Verkäufern – mit Blick auf den möglichen Kaufpreis: „Wir haben relativ hohe Kosten.“ Baulandpreise in Bennigsen seien nicht mit jenen hochpreisigen wie im Norden Hannovers zu vergleichen. Auch klar sei, dass erst alle Fragestellungen abgearbeitet werden müssten, bevor es für mögliche Interessenten konkreter werden könne. Wie viele Einzel-, Doppel- oder auch Reihenhäuser dort entstehen könnten, sei deshalb noch nicht festgelegt.



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