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Spannendes Pfingsten auf dem Hermannshof

Schauen und Schreiten unter den bronzenen Augen des Jünglings

Völksen (jemi). Voranschreiten ist nicht nur eine Form der Fortbewegung. Es ist vielmehr eine Art der Wahrnehmung, vielleicht auch ein Stolpern. Um diese Thematik und mehr dreht sich die Pfingstaustellung „Schreitend“ auf dem Hermannshof in Völksen. Eröffnet wird sie am morgigen Sonntag um 11.30 Uhr. Einleitende und erklärende Worte wird dann Gäste-Kurator Thomas Kaestle vornehmen.

Jan Ehrich (v.r.) und Markus Zimmermann in Aktion.

Eckart Liss, künstlerischer Leiter des Hermannhofs, war von der Idee Kaestners sehr angetan, die Plastik des schreitenden Jünglings als Mittelpunkt der Ausstellung auszuwählen. Die Bronzestatur, die vor genau 100 Jahren von Bernhard Hoetger geschaffen wurde, wird ab Sonntag von weiteren Arbeiten verschiedener Künstler umgeben sein. Alle Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema „Schreitend“. Allerdings haben alle Künstler eine andere Ansicht vom Schreiten. „Das ist das Schöne am Hermannshof. Dieses Gelände schafft Freiräume zum Weiterdenken“, erklärt Kaestner begeistert.

Markus Zimmermann aus Berlin setzt im Raum auf verschiedene Ebenen. Er fordert den Betrachter auf, die ausgestellten architektonisch angehauchten Objekte selbst in die Hand zu nehmen, die Perspektiven zu wechseln und damit etwa mit Lichtverhältnissen zu spielen. Der Blick wandert dabei von außen nach innen.

Mit der unendlichen Bewegung beschäftigt sich Thomas Bartels aus Braunschweig. „Dinge auf den Kopf stellen, neue Blickwinkel anregen“ – das ist seine Nachricht an die Besucher des Hermannshofs. „Das ist eine interessante Ansicht auf Bewegung“, findet Kurator Kaestle. Trotz Bewegung sei kein Ziel erkennbar – aus diesem Grund spricht der Künstler selbst von der Ansicht eines Sisyphos.

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Stolpern ist auch eine Art der Fortbewegung – und zwar eine sehr produktive. Dieser Ansicht ist Georg Winter vom SAR Projektbüro aus Völklingen. Er gründete eigens für diese Ausstellung die Betonbrigade. Er untersucht mit seinen in Völksen anwesenden Studenten, die Zusammenhänge von Schreiten, Marschieren und Stolpern. Dafür wird ein Parcours aus Beton aufgebaut.

Am Pfingstmontag beschäftigen sich Studenten mit performativen Interventionen. Sie spazieren mit den Besuchern durch den Park, setzen sich mit den Kunstwerken in Beziehung. Ihre Absicht ist es, bestimmte Erwartungshaltungen zu revidieren.

Dieser Guckkasten ist ein ganz besonderer: Künstler Markus Zimmermann hat ihn gerade fertiggestellt. Bei der Pfingstausstellung auf dem Hermannshof können Besucher ungewöhnliche Exponate bestaunen.

Fotos: ric

Studenten mit Visionen (v.l.): Julian Meding, Juliane Link, Maralena Schmidt und Lea Petermann von der Uni Hildesheim diskutieren ihre Projekte im Garten des Hermannshofs.

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