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Ohrfeige für eigene Ratsfraktion: Kuschnereit wirft Bürgermeister-Gegnern parteischädigendes Verhalten vor

Rückendeckung für Hische aus Gestorfer CDU

Gestorf (mf). Kurz vor Weihnachten ist von besinnlich-friedvoller Stimmung in der Springer CDU nicht viel zu spüren. Der innerparteiliche Streit um den Umgang mit Bürgermeister Jörg-Roger Hische flammt wieder auf. In Gestorf meldet sich Vize-Ortsbürgermeister Jürgen Kuschnereit zu Wort und kündigt an, bei der Wahl 2011 nicht etwa Unionskandidat Friedrich Woltmann, sondern den inzwischen aus der Partei ausgetretenen Amtsinhaber unterstützen zu wollen.


Im Vorwort der jüngsten Ausgabe des Parteiblättchens „Blickpunkt Gestorf“ blickt Kuschnereit nicht ohne Verbitterung auf die vergangenen Monate zurück und schreibt sich seinen Frust von der Seele. Das Hickhack um die Kandidatenaufstellung habe der CDU sehr geschadet, glaubt der Gestorfer und attackiert die Führungsriegen: Anstatt die Konfrontation mit Hische zu suchen, wäre es besser gewesen, jene „drei CDU-Fraktionsmitglieder in die Schranken zu weisen, die durch ihr parteischädigendes Verhalten am Stuhl von Herrn Hische gesägt haben. Leute, die nur ihre eigenen Interessen vertreten, sind in der Fraktion fehl am Platze“, wettert Kuschnereit, der selbst früher dem Stadtrat angehörte.

Die CDU-Ratsfraktion gebe zurzeit in der Öffentlichkeit ein schlechtes Bild ab, steht für ihn fest. Häufige Wechsel im Vorsitz und zuletzt das Ausscheren von Friedrich Woltmann und Heinrich Freimann aus der Haushaltskonsolidierungsgruppe seien den Bürgern in schwierigen Zeiten nicht vermittelbar. Kuschnereits Fazit: „Bei der Kommunalwahl steht die CDU vor einer Zerreißprobe. Viele Mitglieder fragen sich, ob die CDU auf kommunaler Ebene noch die richtige Heimat für sie ist.“

Sein Ortsverband wisse jedenfalls größtenteils, wen er zum Stadtbürgermeister wählen wird, sagt Kuschnereit und kündigt damit unmissverständlich eine Unterstützung Hisches an. Als stellvertretender Vorsitzender spreche er nicht nur für sich, sondern für viele Mitglieder, versichert er auf Anfrage. So sei auch der Inhalt seiner Erklärung mit Parteifreunden abgestimmt.

Hische habe zwar – teilweise auch größere – Fehler gemacht, sich aber dazu bekannt und vor allem im vergangenen Jahr sehr viel dazu gelernt. Tatsache sei auch, dass er bei der Bevölkerung und über Parteigrenzen hinweg überaus beliebt sei. Und nicht zuletzt hätten die Gestorfer dem Bürgermeister viel zu verdanken, erinnert Kuschnereit.

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