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Rotarier bieten Unterricht für Flüchtlingskinder an

SPRINGE. Bereits seit drei Jahren organisieren die Rotarier in Springe Sprachunterricht für Flüchtlingskinder. In Niedersachsen gibt es keine besondere Förderung für die Kinder im Grundschulalter – und genau diese Lücke wollten die Rotarier schließen. Hilfe dabei bekommen sie von den Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Und das gleich in doppelter Hinsicht: Die Abiturienten geben nicht nur den Unterricht, sondern haben auch gleich selbst 500 Euro an das Projekt gespendet.

„Sprache ist essenziell“, sagt Präsident Thomas Dettmer. Einige Schüler sprächen mittlerweile schon so gut deutsch, dass kaum noch ein Unterschied zu anderen zu hören sei. „Die OHG-Schüler werden ein bisschen zu älteren Geschwistern“, erklärt Projektleiter Joachim Eilert. Und die Begleitung gehe weit über den reinen Unterricht hinaus. Neben den Förderstunden unternehmen die Schüler gemeinsam Ausflüge. „Daher sind wir dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Dettmer. Offiziell hätten die Flüchtlingszahlen zwar abgenommen – in der Betreuung selbst sei die Anzahl der Kinder aber gestiegen. Und immer wieder kämen neue Erstklässler dazu, die Förderung benötigen. So helfen die OHG-Schüler nicht nur beim Sprachenlernen, sondern auch bei den Hausarbeiten. „So geht Integration“, freut sich Eilert.

Wie eng die Verbindung zwischen den Abiturienten und den Grundschülern ist, zeigt jetzt auch eine Spendenübergabe. Die Abiturienten des Jahrgangs 2017 haben nach bestandenem Abi und ihrem Abi-Ball Kassensturz gemacht und konnten einen Überschuss in ihrer Jahrgangskasse feststellen. Schnell stand bei den Schülern der Entschluss fest: Diese 500 Euro sollen an das „Sprache verbindet“-Projekt gehen.

„Nicht nur, dass die Schüler des OHG als Sprach-Scouts den rund 60 Kindern mit Migrationshintergrund in ihrer Freizeit Sprachunterricht erteilen, nun tragen sie auch noch finanziell zur Fortführung des Projektes bei“, betont Eilert.

Die Gymnasiasten aus den Oberstufen-Jahrgängen unterrichten mindestens einmal wöchentlich ein Flüchtlingskind in der Schule des Kindes oder zu Hause bei der Familie. Neben dem Einzelunterricht animieren sie die Kinder auch zum Spielen, zum Hausaufgaben machen oder auch zum Sport. „So haben sich schon enge Freundschaften entwickelt“, weiß Dettmer.

Sämtliche Kosten für das Projekt, etwa das Lehrmaterial, Aus- und Fortbildungsveranstaltungen oder auch die Aufwandsentschädigungen übernimmt der Rotary Club in Springe. „Fest steht: Das Projekt wird weiterlaufen“, sagt Dettmer. Das Angebot werde in Springe gut angenommen, zieht er Bilanz.

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