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Rock am Deister toppt alle Erwartungen

VÖLKSEN. Wer an diesem Tag in Festivallaune war und am Deister wohnte, der musste gar nicht weit fahren. Und bekam auch noch eine Vielzahl unterschiedlicher Bands: Die Mischung aus regionalen und überregionalen Bands beim Festival „Rock am Deister“ überzeugte – und toppte alle Erwartungen.

Besucherrekord bei Rock am Deister. Foto: Szabo

Bis zum späten Abend füllte sich der Festplatz mit immer mehr Musikfans. Die Besucher erwartete ein gelungener Mix aus Rock, Funk und Ska. Und auch das Wetter zeigte sich nach dem Dauerregen von seiner besten Seite.

Die junge Band Stonepit eröffnete die Party souverän mit „Suck My Kiss“ von Red Hot Chilli Peppers. Ein starker Auftakt, obwohl die Jungs noch nicht viel Bühnenerfahrung haben. Mit einem Mix aus solide gecoverten und selbst komponierten Songs sorgten sie vom ersten Takt an für gute Laune.

Richtig viel Bewegung brachten Friday And The Fool aus Ratingen ins Partyvolk mit soul-funkigen Beats. Svenja Kupschus, der weibliche Part der Band, beeindruckte mit einer starken Stimme und machte auch am Saxofon eine gute Figur.

„Wer Probleme damit hat, Songs über Waldorfschüler zu hören, sollte jetzt weghören“, rief Felixxx von der kleinen Nebenbühne dem Publikum zu. Der ehemalige Frontmann von „Die Biertenöre“ ist mit seinen Texten nicht immer politisch korrekt, aber trotzdem witzig. Der Song über die Waldorfschüler spielte mit allen Klischees. „Sind hier Waldorfschüler anwesend, die dazu ihren Namen tanzen könnten?“ – tatsächlich findet sich eine junge Frau, die ohne mit der Wimper zu zucken, den Spaß mitmacht.

The Planetoids servierten Groove-Pop vom Feinsten. Auch Le Fly und ihre Mischung aus Rap, Rock und Reggae sorgten für Begeisterung beim Publikum. Die Jungs von Hagelslag spielten Bekanntes, aber neu interpretiert.

Bei Wood & Valley trafen folkige Elemente auf Punk. Beim Hauptact Tequila & The Sunrise Gang aus Kiel war das Publikum inzwischen im Pogorausch. Mit multi-instrumentalen Reggae-Rock-Sound und vollem Körpereinsatz machten die Jungs gute Laune.

So wundert es auch nicht, dass die Organisatoren am Ende rundum zufrieden waren. Ein Festival zu etablieren, ist immer ein hartes Stück Arbeit. Aber hier passte einfach alles: Heimelige Atmosphäre, sehr gute Musiker, rockige Klänge und alles in allem ein Festivalgefühl, das auch viele Familien mit jungen Kindern auf das Gelände lockte.

Sehr begehrt waren auch die Plätze am Mini-Strand mit Liegen und einem aufblasbaren Pool. „Man hätte schon heute früh herkommen müssen, um sich eine Liege mit Strandtuch reservieren zu können“, scherzte eine Besucherin.

Rock am Deister, das vor einigen Jahren als privates Konzert begann, ist das Ergebnis von einem ganzen Jahr Arbeit. Erschöpft nach der vielen Arbeit, aber zufrieden, zog Cheforganisator Julian Baruth Bilanz. Doch woher kommen die ganzen Bands? Auch das verriet Baruth: Die Veranstalter bekamen im Laufe des Jahres zahlreiche Bewerbungen, die teilweise sogar aus dem Ausland kamen. „Wir hatten sogar schon Anfragen aus Südafrika“, sagt Baruth. Trotzdem möchte er auch weniger bekannten Musikern eine Möglichkeit geben, groß aufzutreten. Das Auswahlverfahren ist streng. „Wir haben jede Band live gesehen.“ Dabei legt er einen großen Wert auf eine gute Kommunikation und Interaktion mit dem Publikum. „Das Feeling muss einfach rüberkommen“.

Sicherheit und Jugendschutz liegen den Veranstaltern sehr am Herzen. Getränke gab es ausschließlich in Plastikbechern. Während des Konzerts wurde auch kein harter Alkohol ausgeschenkt. „Das macht die Leute nur aggressiv“, sagt Baruth. Bis zum 16. Lebensjahr erhielten die Besucher ein anderes Festivalbändchen, um den Ausschank an Jugendliche zu vermeiden.

Das Publikum kam aus der gesamten Region, aber auch die Bands haben ihre eigene Fanbase mitgebracht. Die Hauptcrew besteht aus nur fünf Leuten, die aber tatkräftig von rund 50 Helfern unterstützt wird.sza



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