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„Rock am Deister“ – ein Festival mit Wohlfühlfaktor

VÖLKSEN. Festivals unter freiem Himmel sind immer zu laut, dreckig und voll? Dass es auch anders geht, beweisen die Organisatoren von „Rock am Deister“: Am 27. Juli werden neben typischen Festivalgängern auch Familien auf dem Völksener Festplatz feiern.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin / Digitalkoordinatorin zur Autorenseite

Um möglichst viele Besucher anzusprechen, sei das Programm in diesem Jahr wieder breit gefächert, sagt Mark Schlichting, der sich bei der Organisation vor allem um die Bands kümmert. Auch in diesem Jahr wird es wieder zwei Bühnen geben, um während der Umbauphasen auf der Hauptbühne trotzdem für Musik zu sorgen. Wer glaubt, dass es auf der Nebenbühne ruhiger zugehen wird, täuscht sich. „Leise wird es da dieses Mal nicht werden“, verspricht Schlichting.

Passend zum Wohlfühlfaktor wird es nicht wie bei anderen Festivals Dixi-Toiletten geben. „Das würde einfach nicht zu unserem Konzept passen.“ Und so haben die Organisatoren moderne Sanitäranlagen gemietet, die außerdem barrierearm sind. Denn nicht nur Familien sind zu dem Großevent ausdrücklich erwünscht, sondern auch Rollstuhlfahrer.

Strandbereich mit Kinderprogramm

Rapper Kesh kommt ebenfalls nach Völksen. FOTO: VERANSTALTER

Und wer sich eine kurze Pause vom Feiern gönnen möchte, kann sich in einen Strandbereich zurückziehen und entspannen. Die Pfadfinder wollen außerdem ein Programm für Kinder anbieten und mit ihnen Riesenseifenblasen machen, Freundschaftsarmbänder basteln oder die Kinder schminken.

Es ist bereits die neunte Auflage des Festivals. „Am Konzept selbst haben wir nichts geändert, wir haben immer versucht, hochwertig zu arbeiten“, so Baruth. „Gleichzeitig sind wir immer bemüht, Dinge zu optimieren oder zu verfeinern, gerade wenn es um die Technik geht“, ergänzt Schlichting. Auch beim Sicherheitskonzept hätte nicht viel geändert werden müssen.

Nicht nur in Sachen Zielgruppe oder Geländegestaltung gehen die Organisatoren andere Wege als typische Festivalveranstalter: Beim Auftritt der Künstler wird nicht etwa eine lineare Spannung aufgebaut. „Vielmehr schauen wir, welche Art von Musik zu welcher Uhrzeit passt und erzeugen beim Spannungsbogen eher Wellen.“ Von Rock, Country, Folk, Progressive bis zu Indie-Pop, Reggae und deutscher Pop-Rap sei das Programm bunt gemischt. Bewusst nutzen es die Organisatoren aus, dass der Bereich „Rock“ sehr weit gefasst ist.

„Wir bekommen eine riesengroße Anzahl an Bewerbungen aus dem weiten Umfeld, jede Band ist handverlesen.“ Heißt: Mindestens einer der ehrenamtlichen Festivalhelfer hat den Künstler bereits live gesehen. „Wir sind das ganze Jahr unterwegs und sehen uns Acts an. Alle Künstler, die auf der Bühne stehen werden, haben den Live-Test erfolgreich absolviert.“

Ob es im kommenden Jahr auch eine zehnte Auflage des Festivals geben wird, werde erst am Sonntag nach der Veranstaltung intern besprochen, wenn das letzte offene Bierfass geleert wird, sagt Baruth mit einem Lachen.

Es werde immer schwerer, Helfer für die Ausrichtung zu finden, die zum Beispiel beim Auf- oder Abbau helfen oder eben Bier zapfen, während andere feiern. „Viele sind auch schon lange dabei, daher sind wir schon eine kleine Familie geworden.“ Er ist überzeugt: „Wer sich einmal mit dem Virus ‚Rock am Deister‘ infiziert hat, wird ihn nie wieder los.“ Mittlerweile habe sich die Veranstaltung bei Künstlern einen Namen gemacht, von etabliert will Baruth dann sprechen, wenn Besucher trotz eines Unwetters kommen und ein Jahr im Voraus eine Karte kaufen. „Allerdings gab es in den letzten Jahren auch ein gewisses Festivalsterben, die große Mitte ist weggesprungen“, sagt Schlichting.

Das Programm steht:

Bis 23 Uhr ist für Livemusik gesorgt, die Aftershow-Party mit Musik vom Band geht bis 1 Uhr. Als Opener wird die Musikschule spielen. Auftreten werden Alex Mofa Gang, Kesh, Friday and the Fool, Matagalpa, High Fidelity, Wasted Days und Kuersche (eingesprungen für Maciek).

Die deutsche Punkrockband Alex Mofa Gang aus Berlin hat bereits mit Zebrahead, Jennifer Rostock oder Frank Turner auf der Bühne gestanden und haben beim Hurricane- oder dem Southside-Festival gespielt.

Mit Kesh wollen die Organisatoren einen Pop-Rapper aus Fürstenwalde nach Völksen holen. Er wird Funk-, Rock-, Tanz- und Disco-Musik auf die Bühne bringen.

Aus Hannover kommt die Band High Fidelity, die sich musikalisch zwischen Folk-Rock, Country, Blues und Americana bewegt. Bekannt dürfte den Völksenern der deutsche Singer-Songwriter Kuersche, Andreas Kürschner aus Pattensen, sein, der auch schon in Bad Münder zu hören war.

Karten und Preise:

Karten gibt es bis zum 25. Juli im Vorverkauf unter anderem bei der Neuen Deister-Zeitung, Bahnhofsstraße 18, in Springe und kosten 12 Euro. An der Abendkasse werden 15 Euro fällig. Noch bis zum 22. Juli können Karten im Internet unter www.rock-am-deister.de bestellt und nach Hause geliefert werden. Kinder bis einschließlich zwölf Jahren dürfen das Festival kostenlos besuchen. „Natürlich wird es immer schwieriger, den Preis zu halten, die Kosten sind nicht weniger geworden“, räumt Baruth ein. Die Grenze für das Festival liegt bei 1000 Besuchern. „In den letzten Jahren sind die Zuschauerzahlen immer weiter gestiegen.“ Einlass ist ab 14 Uhr.

Wer die Musik der Bands schon einmal hören möchte: Erstmalig gibt es auf Spotify eine Playlist zu „Rock am Deister.“




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