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Springer Parteien starten im Bundestagswahlkampf durch

Ring frei

Springe. Richtig heiß wird’s jetzt mit dem Ende der Sommerferien – zumindest für die zahlreichen Wahlkämpfer und deren Helfer: Die entscheidende Phase hat begonnen, ab dem Wochenende wird das Stadtgebiet zuplakatiert.

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Autor:

Markus Richter

Zwei Parteien wollten einen anderen Weg gehen. Linke und Grüne waren von der Idee angetan, auf Werbung an Laternenmasten zu verzichten – aus optischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen. Linken-Chef Axel Seng und seine Mitstreiter schwenken nun wohl doch um. „Wir bekommen aber nur 100 Plakate für ganz Springe und Wennigsen.“ Die Mitglieder überlegen strategisch, welcher Slogan aus ihrem Programm wo angebracht wird: der mit der Millionärssteuer in ärmeren Wohngegenden, die Forderung nach Mindestlohn vor Discountern.

Die Grünen verzichten auf Kleinplakate, bringen im Stadtgebiet nur wenige große Exemplare an. „Die kleinen kosten einen Haufen Geld und bringen nichts – außer Müll“, sagt Fraktionschefin Ursula Schulz-Debor. Wahlwerbung sei dennoch wichtig, vor allem der persönliche Kontakt zu den Bürgern. Und so unterstützt der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler gleich zum Auftakt: Das Mitglied des Haushaltsausschusses will mit Springern am 13. August (19 Uhr, Restaurant Hoffmann’s) ins Gespräch kommen. Kandidat Abi Dogan lädt dann genau einen Monat später zum Teetrinken vormittags auf dem Marktplatz ein. Neben kleinen Geschenken verteilen die Springer Grünen eine Wahlzeitung.

Bislang ist das Stadtgebiet überwiegend in Gelb getaucht, weil Klaus Nagel und seine Parteifreunde der FDP schon die ersten Plakate befestigt haben. Und die Liberalen sind auch die Ersten, die sich prominente Unterstützung holen: Am 9. August wird neben dem Kandidaten Dirk Weissleder auch Gero Hocker, Generalsekretär der Landes-FDP, beim öffentlichen Stammtisch (19.30 Uhr im Hoffmann’s) zu Gast sein. „Jede Woche Freitag werden wir vor dem Ratskeller auch unseren Infostand aufbauen“, kündigt Nagel an. Das Ziel, einen bekannten Bundespolitiker einzuladen, verfolgen alle Springer Parteien. „Die haben jetzt 300 bis 400 Termine abzuarbeiten, das wird schwierig“, glaubt der FDP-Chef – trotz der Nähe zu Hannover.

Immerhin einen altgedienten Gewerkschafter holt die SPD an den Deister: Klaus Wiesehügel, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BAU und im Kompetenzteam von Peer Steinbrück zuständig für den Bereich Arbeit und Soziales. „Wir bekommen am Wochenende auch unsere Plakate“, sagt Ortsvereinschef Eberhard Brezski. Gespannt sei er schon auf die Wahl und deren Ausgang. An eine besonders hohe Beteiligung der Urnengänger glaubt der Sozialdemokrat indes nicht. Auch die SPD will bei Infoständen das Gespräch suchen und anbieten – zusätzlich werden Werbegeschenke vom Kugelschreiber bis zum Radiergummi verteilt.

Ganz vorne mit dabei beim Plakatieren war auch Thomas Gundelbacher. Vor Ort hat der Kandidat der Piraten keine Basis – und so klebte er selbst. Das Organisieren der Materialien ist selbst bei der CDU Chef(innen)sache: Elke Riegelmann wird Plakate und Co. persönlich aus der Zentrale in Hannover abholen. Bei der Vorstandssitzung am Donnerstag wird die Stadtverbandsvorsitzende mit ihrem Team letzte Details abstimmen. Fest steht: „Wir werden dezent plakatieren und uns unters Volk mischen.“ Entscheidend sei ohnehin die politische Arbeit zwischen den Wahlen.

Die CDU holt als einzige Springer Partei eine (Bundes-) Ministerin nach Springe: Johanna Wanka wird im Museum erwartet. Dass Köpfe und Sprüche an Laternenmasten kaum den Ausgang einer Wahl beeinflussen, ist Riegelmann bekannt. „Entscheidend ist, dass man merkt: Am 22. September ist Wahl – also gehen Sie hin und bestimmen mit.“



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