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SPD-Chef Brezski garniert seine Wiederwahl mit herber Kritik am CDU-Ratsherrn

„Rieck träumt von Groß-Bennigsen“

Springe. Freunde werden sie in diesem Leben nicht mehr: Doch jetzt hat die Fehde der beiden Ratsherren Eberhard Brezski (SPD) und Hartmut Rieck (CDU) wohl einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Parteichef der Sozialdemokraten bezichtigt seinen Kontrahenten, dieser träume „von einem Groß-Bennigsen.“ Der Blick auf die Geschichte zeige, so Brezski weiter: „Alle, die solche Träume hatten, sind über kurz oder lang gescheitert – eher über kurz.“

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Hintergrund des Streits sind die viel diskutierten städtischen Sparmaßnahmen. Rieck hatte als Bennigser Bürgermeister zuletzt angeregt, Freibad und Verwaltungsaußenstelle in seinem Ort zu erhalten – dafür sollten die Bäder in Eldagsen und Altenhagen I oder der Verwaltungssitz in Gestorf geopfert werden. Brezski, Bürgermeister in Gestorf, ärgert sich über die Vorstöße des Christdemokraten, bezeichnete ihn jetzt als „Ausnahme“ bei der ansonsten erfolgreichen Ortsteil-Spar-Initiative des Rats. Und verspricht seinen Genossen: „Den werden wir auf den Boden der Realität zurückholen.“

Brezskis Parteifreunde freuten sich am Freitagabend bei der Jahresversammlung im Kulturheim mehrheitlich über die deutlichen Worte ihres Parteichefs: Mit 85 Prozent der Stimmen hievten sie ihn für weitere zwei Jahre an die SPD-Spitze – ein Wert, der nur leicht unter dem von Brezskis erster Wiederwahl lag. Unverändert bleibt auch der weitere Vorstand: Die Vize-Vorsitzenden Rudolf Bennecke und Klemens Brandt wurden ebenso mit Werten weit jenseits der 80 Prozent im Amt bestätigt wie Kassierer Volker Beßling und Schriftführer Harald Malz.

Brezski erinnerte die knapp 40 erschienenen Genossen an die wechselhaften Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate: Es sei gelungen, den städtischen Haushalt gemeinsam mit der CDU und „unter deutlicher Gestaltung der SPD“ zu verabschieden. „Ein Geben und Nehmen“ beschrieb Brezski die Zusammenarbeit mit dem politischen Rivalen.

„Unglaubwürdig,

scheinheilig und verlogen“

Bitter ist für ihn nach wie vor die knappe Niederlage von SPD-Kandidat Rudi Heim bei der Landtagswahl. Man müsse nun „noch ein paar Jahre mit Gabriela Kohlenberg leben“, so Brezski. Es gelte, bei der Bundestagswahl im September an der Wiederwahl von Matthias Miersch zu arbeiten. Dessen CDU-Gegnerin Maria Flachsbarth zeige sich „unglaubwürdig, scheinheilig und verlogen“, wenn sie plötzlich das alte SPD-Thema Massentierhaltung für sich entdecke.

Auch Flachsbarths Kritik an der Akzeptanz der Region Hannover und an der unterschiedlichen Situation der Kommunen ist in seinen Augen „verwerflich“. Die Bundestagsabgeordnete hatte in der NDZ unter anderem moniert, die Region arbeite in Sachen Müllabfuhr am Bürger vorbei.



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