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Interessierte Lebensmittel-Kette zieht sich kurz vor Vertragsunterzeichnung zurück

Rewe-Markt: Neuvermietung geplatzt

Springe. In wenigen Tagen hatte Thilo Schauff eine frohe Botschaft verkünden wollen: In den früheren „Rewe“ am Nordwall zieht ein neuer Lebensmittelmarkt ein, hätte die gelautet. Doch statt am Ende steht der Verwalter des Gebäudes plötzlich wieder am Anfang aller Verhandlungen: Die Supermarkt-Kette hat kein Interesse mehr.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Der Standort Springe sei „nicht einfach“, sagt Schauff. Seit dem Frühsommer habe er Gespräche mit „einem „namhaften Einzelhandelsunternehmen“ geführt, „letztlich sind die Verhandlungspartner jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass eine für beide Seiten wirtschaftliche Lösung nicht machbar ist“. Auf Details möchte Schauff, Geschäftsführer von „Estate Visio“ aus Soest, nicht eingehen. Auch den Namen der Kette dürfe er nicht nennen: „Wir haben Stillschweigen vereinbart.“

Die Gespräche klangen offenbar so vielversprechend, dass Bürgermeister Jörg-Roger Hische gestern gar nicht glauben wollte, dass sie gescheitert sind. Wenn er am Montag aus seinem Urlaub zurück sei, werde er sofort zum Telefonhörer greifen: „Ich gebe da nicht auf. Von der Entscheidung hängt so viel ab.“

Seit der Schließung des „Rewe“ im Mai fehlt der Innenstadt ein Supermarkt. „Für die Versorgung vieler älterer Bürger, die im Zentrum wohnen, ist das existenziell“, sagt Hische. Dass der größte Leerstand in der City schnell wieder gefüllt wird, sei für alle Geschäftsinhaber wichtig: „So ein Lebensmittelmarkt ist nun einmal ein Frequenzbringer.“

Eine Einschätzung, die der ehemalige Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Erhardt Bormann, sofort unterschreibt. Bormanns Herren-Bekleidungsgeschäft befindet sich am Nordwall. „Wir müssen uns jetzt alle noch mehr anstrengen“, sagt er seufzend. Der „Rewe“ sei zwar nicht das einzige Problem der Innenstadt – derzeit aber das auffälligste.

Bürgermeister Hische hält den Zuschnitt der 1700 Quadratmeter großen Ladenfläche für nicht optimal: „Man kann da nicht so erfolgreich sein wie an der Osttangente.“ Er wünsche sich deshalb, dass die Eigentümer ins Gebäude investieren oder den Mietpreis (3,20 Euro pro Quadratmeter) senken. Doch das Problem: „Ich habe den Eindruck, dass ein Leerstand bei so einem Immobilienfonds aus steuerlichen Gründen besser ist als eine Vermietung unter einer bestimmten Marge…“

Dem Verwalter aus Soest macht Hische keinen Vorwurf: „Der kümmert sich und ist immer ansprechbar.“ Thilo Schauff glaubt denn auch, dass ihm der große Wurf im zweiten Anlauf gelingt. Mehrere Einzelhandelsketten seien derzeit auf Expansionskurs und hätten den Druck „auch Flächen an Standorten anzumieten, an denen sie bislang nicht interessiert waren“. Er sei sich sicher: „Es ist keine Frage ob, sondern nur wann wir einen Nachmieter präsentieren können.“

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