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Remondis-Mitarbeiter verletzt sich an Spritze im Müllsack

SPRINGE. Montagmittag, 13.30 Uhr. Springe, Molkereistraße. Ein Mitarbeiter von Remondis greift am Abfuhrtag wie üblich nach den bereitgestellten gelben Säcken und wirft sie in die Schüttung des Müllwagens. Dabei verletzt sich der Lader an einer Spritze.

Die spitze Kanüle durchdringt den Schutzhandschuh des Müllwerkers und sticht tief in dessen Hand. Er lässt den Sack geistesgegenwärtig fallen, so dass der zweite Lader ihn sichern kann und ganz vorsichtig gleich mehrere Spritzen findet und  isoliert verpackt mitnimmt, damit im Labor analysiert werden kann, welche Inhaltsstoffe in den Spritzen waren. Die Kollegen übernehmen die  Erstversorgung vor Ort,  unterbrechen die  Sammeltour und fahren den Verletzten ins Krankenhaus nach Gehrden.

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Bürgerinnen und Bürger den gelben Sack zweckentfremden, um darin Restmüll, Glas, Katzenstreu, gebrauchten Windeln und selbst Autoreifen entsorgen wollen. Für unsere Mitarbeiter besteht somit immer die Gefahr, sich bei der Arbeit zu verletzen“, sagt Dieter Opara, Remondis-Niederlassungsleiter, und betont: „Fehlbefüllte Säcke lassen wir grundsätzlich stehen, wenn wir es denn als solche identifizieren können.“ Im Regelfall reiche dafür die Erfahrung der Müllwerker. Die könnten schon am Gewicht des Sacks ermessen können, ob da jetzt nur Leichtverpackungen oder schwerer Restmüll drin ist.  Spitze Spritzen, die möglicherweise mit Viren verseucht sind, könne man aber im LVP-Sack nicht ermitteln. Genau darin liege die Gefahr.

Im Sammelbetrieb greifen die Lader häufig mehrere Säcke auf einmal, ohne sich jeden einzelnen Sack im Detail anschauen zu können, dafür sei gar keine Zeit, teilt das Unternehmen mit. Deshalb komme es immer wieder mal vor, dass sich Müllwerker beim Griff nach den Säcken an scharfkantigen Gegenständen aus Glas oder Metall verletzten, die zwischen Joghurtbechern, Milchtüten und Shampooflaschen versteckt sind und nichts im gelben Sack zu suchen haben. Erst Ende letzter Woche hat ein Mitarbeiter in Schaumburg in eine Glasscherbe gegriffen und sich eine klaffende Wunde zugefügt. Vier Wochen zuvor hat sich ein Müllwerker in Neustadt am Rübenberge die Hand an einem scharfkantigen Gegenstand verletzt.

Remondis weist darauf hin, dass nur Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkeverpackungen im gelben Sack entsorgt werden dürfen.  Um das Verletzungsrisiko der Müllwerker so gering wie möglich zu halten, appelliert Dieter Opara an die Bevölkerung, auch die teils sehr scharfen Deckel von Konservendosen nach innen einzuklappen, bevor sie im gelben Sack landen. „Das minimiert das Verletzungsrisiko unserer Mitarbeiter und verhindert gleichzeitig, dass der Sack ungewollt aufgeschlitzt wird und der Müll dann verstreut auf dem Bürgersteig liegt.“ 




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