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Deutsche Bahn entsorgt alle alten Fahrräder auf ihrem Gelände

Reiseziel: Der nächste Schrottplatz

Springe (mari). Ihnen ist die Luft ausgegangen, meist haben sie ordentlich Rost angesetzt und es fehlt ihnen ein wichtiges Detail: der Sattel, der Gepäckträger oder die Kette. Alle Schrottfahrräder, die vor dem Springer Bahnhof stehen, werden demnächst in einer Gemeinschaftsaktion der Deutschen Bahn und der Stadt entsorgt.

„Bitte entfernen Sie Ihr Fahrrad innerhalb von vier Wochen“: Erst kommt die weiße Banderole, dann der Müllcontainer.

Zweimal jährlich setzt die AG eine Entrümpelungsaktion an. Mitte Juli haben Mitarbeiter die Stellflächen abgeschritten und allen Rädern eine Banderole verpasst, die offensichtlich herrenlos sind. „Wir bitten Sie, Ihr Fahrrad innerhalb von vier Wochen zu entfernen“, steht auf dem weißen Zettel. „Anderenfalls sehen wir uns gezwungen, Ihr Rad auf Ihre Kosten zu entfernen und als Fundsache zu behandeln.“

Ein Jahr bewahrt die Bahn die abtransportierten Rostlauben an einer zentralen Stelle in Hannover auf und wartet, ob sich ein Besitzer meldet. „Das kommt aber so gut wie nie vor“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Deshalb heiße die nächste Station „Schrottplatz“.

Die Bahn säubert ihr Gelände nicht aus optischen Gründen. Genauso wie die Auto-Parkplätze sind die Unterstände für die Fahrräder knapp. An sonnigen Tagen sind alle Bügel belegt. Da nervt jeder Drahtesel, den niemand mehr braucht.

Woher die Schrotträder kommen? „Da können wir nur spekulieren“, sagt die Bahn-Sprecherin. Einige seien vermutlich gestohlen, andere schlicht vergessen oder würden an prominenter Stelle entsorgt. Wenn dann noch jemand randaliere, seien die Fahrzeuge „schließlich so oll, dass keiner mehr etwas damit anfangen kann“.

Ist ein Bike eine Stolperfalle, verschwindet es ohne Vorwarnung – selbst dann, wenn es neu ist: „Es darf keine Unfallgefahr bestehen.“



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