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Kinderschutzbund lädt Flüchtlingsfrauen regelmäßig zum Frühstück ein

Reiche Vielfalt

Springe. Die Auswahl ist riesig: Es gibt mehrere Salate, warme Kichererbsen mit Rindfleisch, Hummusbällchen, syrische Pizza, kurdisches Fladenbrot und Massen an süßem Gebäck. Wer sich bedienen möchte, bringt selbst seine Lieblingsspeisen mit und teilt sie mit allen anderen.

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VON MARITA SCHEFFLEr

Zwei Jahre ist es her, dass der Kinderschutzbund Springe ein Treffen für Mütter mit Migrationshintergrund ins Leben gerufen hat. „Café Mut“ ist die offizielle Bezeichnung. Am Dienstag, wenn der Kleiderladen des Vereins geöffnet ist, sitzen die Flüchtlinge zusammen und tauschen sich aus. „Wir wollten die Frauen aus der Isolation herausholen“, erzählt Britta Lehnhardt, die hauptamtliche Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes.

Irgendwann habe eine der Frauen vorgeschlagen, mal zusammen zu frühstücken. Alle vier bis sechs Wochen brunchen die Frauen seitdem gemeinsam. „Das ist inzwischen ein richtiges Event“, sagt Lehnhardt. Anfangs kamen zehn Mütter, mittlerweile sind es mehr als 20. Der Platz im Besprechungsraum des Kinderschutzbundes ist dem Ansturm nicht mehr gewachsen. Das DRK, in dessen Räumen An der Bleiche der Verein Untermieter ist, hat Lehnhardt deshalb kurzerhand einen kleinen Saal im Erdgeschoss angeboten.

80 Prozent der Teilnehmerinnen wohnen erst seit wenigen Monaten in Springe. Sie sind zwischen 20 und 60 Jahre alt und kommen aus Syrien, der Türkei, dem Libanon, Palästina, Bosnien, dem Irak und Marokko. Wie man sich da unterhält? „Es gibt eine kurdische, eine arabische und eine türkische Ecke“, sagt Lehnhardt. Und Kinderschutzbund-Chefin Roswitha Prüssing ergänzt: „Wir verstehen uns alle – notfalls mit Augen und Händen.“ Wie viele deutsche Wörter die Migrantinnen schon nach wenigen Wochen verstehen, erstaunt Lehnhardt und Prüssing immer wieder. „Die Frauen lernen sehr schnell und engagiert, teilweise auch übers Internet“, ist Lehnhardts Erfahrung.

Die regulären Deutschkurse bei der VHS können die Neubürgerinnen oft nicht besuchen: Sie passen zuhause auf die Kinder auf, während ihre Männer zum Unterricht gehen. Das Frühstückstreffen legt der Kinderschutzbund deshalb extra auf einen Freitag – wenn die Männer „schulfrei“ haben und die Betreuung übernehmen können. Bei wem das nicht passt, der bringt seine Töchter und Söhne einfach mit – genug zu essen ist ohnehin da.



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