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Neue Prüfung: Stadt muss auch mit einer IGS Gastschulbeiträge zahlen

Region bestätigt Hiobsbotschaft

Springe. Nun hat die Stadt es schwarz auf weiß: In diesen Tagen trifft im Rathaus ein Brief der Region in Sachen Gastschulbeiträge ein. Der bittere Inhalt: Auch mit der neuen Integrierten Gesamtschule muss Springe weiter für Schüler zahlen, die außerhalb eine KGS besuchen. Zumindest in den ersten Jahren dürfte das für die Stadtkasse mehrere hunderttausende Euro ungeplanter Mehrkosten bedeuten.

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VON CHRISTIAN ZETT

Regionssprecher Nils Meyer bestätigte gestern die Information, die die NDZ bereits in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hatte: Weil es sich bei der Kooperativen Gesamtschule mit ihren getrennten Bildungszweigen um eine andere Schulform als die IGS handele, werde die Stadt weiter zur Kasse gebeten. Der Fachbereich Schule der Region habe den Sachverhalt auf Wunsch von Bürgermeister Jörg-Roger Hische noch einmal eindringlich geprüft und sei zum gleichen Ergebnis gekommen. Ein entsprechendes Schreiben sei am Mittwoch verschickt worden.

Hische hatte den Brief gestern noch nicht auf dem Tisch, schwankte in einer ersten Stellungnahme aber zwischen Enttäuschung und Kampfeslust. Es sei „unglücklich“, dass man vor gut einem Jahr von der Region noch eine andere Information erhalten habe. Trotzdem ändere sich „nichts an der grundsätzlichen Entscheidung“ zur Gründung einer Gesamtschule.

Man müsse die IGS jetzt so attraktiv gestalten, dass sich genügend Springer Schüler für das Angebot und gegen die KGS in Pattensen oder Wennigsen entschieden. Beide Schulen werden von mehr als 200 Schülern aus Springe besucht. Viele von ihnen kommen aus Bennigsen, Gestorf oder Eldagsen und wohnen damit ohnehin in der Nähe der Nachbarstädte. Seit dem Sommer hat die KGS Wennigsen sogar eine Oberstufe mit Abitur-Möglichkeit. Die IGS in Springe soll nur bis zur zehnten Klasse laufen – auch, um dem Otto-Hahn-Gymnasium nicht ins Gehege zu kommen.

Hische will zeitnah die Ratsfraktionen und die Mitglieder des Runden Tisches Schule über die Einschätzung der Region informieren. Die Politiker habe er ohnehin kurzfristig einladen wollen, um mit ihnen über den Ärger rund um die Spar-Lenkungsgruppe in den Ortsteilen zu sprechen (NDZ berichtete).

SPD-Fraktionsvize Eberhard Brezski reagierte gestern überrascht auf die Nachricht aus Hannover. Er bewertet die Situation anders: „Das Landesschulgesetz unterscheidet nicht zwischen den Gesamtschularten.“ Brezski regt Nachverhandlungen mit der Region an: „Wir müssen jetzt abwarten, wie genau die Argumentation ist.“ Aus pädagogischer Sicht sei die Gründung der IGS ohnehin richtig. Es gelte nun, die Eltern davon zu überzeugen, dass das Springer Angebot die bessere Alternative sei als die „Mogelpackung KGS“ in Wennigsen oder Pattensen. Von der CDU-Fraktion gab es gestern keine Stellungnahme: Weder Fraktionschef Wilfred Nikolay und Stellvertreterin Annette Henkels noch Schulexpertin Elke Riegelmann standen zur Verfügung. Letztere hatte aber bereits vor einigen Tagen betont, man müsse nun an dem Beschluss zur IGS festhalten.

Die Stadt muss ab dem kommenden Jahr gut 600 000 Euro Gastschulbeiträge zahlen – zusätzlich zu den Kosten für die neue Gesamtschule.



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