weather-image

Regiobus: Vereine und Politik organisieren Protest

SPRINGE/ELDAGSEN. Das Thema Regiobus-Betriebshof sorgt mittlerweile auch für Knatsch zwischen Bürgermeister Christian Springfeld und Regionspräsident Hauke Jagau. Thema: Wer hat wen wann über die Probleme mit dem Betriebshof-Neubau informiert? In Eldagsen formiert sich unterdessen der Widerstand:

Wer hat wen wann informiert? Darüber sind sich Bürgermeister und Regionspräsident nicht ganz einig. FOTO: HELMBRECHT
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Politik und Vereine wollen in der gesamten Stadt Springe Unterschriften für den Neubau vor Ort sammeln.

Die Initiative dafür ging aus von Bürgervereins-Chefin Anita Oppermann: Sie will zum einen bei allen anstehenden Jahresversammlungen der Vereine die Mitglieder unterschreiben lassen: Die Vorsitzenden von Schützen, Freibad-Vertretern und anderen hat sie informiert. Ab sofort sollen die Listen auch in örtlichen Geschäften ausliegen. Gleichzeitig holte sie auch den Ortsrat an Bord: Dort sollen die gesammelten Unterschriften in der Sitzung am 21. Februar übergeben werden.

Ihr gehe es darum, die Verantwortlichen, aber auch die Bürger „wachzurütteln“, sagt Oppermann. Und zwar nicht nur die in Eldagsen: „Natürlich hängt für uns da viel dran: Die Mitarbeiter kaufen hier ein, im Supermarkt, beim Bäcker, beim Schlachter.“ Doch auch andere Ortsteile seien betroffen – über Mitarbeiter, die dort wohnen, über Steuereinnahmen, über womöglich von Wegzügen betroffene Geschäftsleute.

Oppermann hofft daher, auch Politik und Bürger in anderen Ortsteilen zum Mitmachen zu animieren: „Wer Listen auslegen möchte oder anderweitig unterstützen will, kann sich bei mir melden“, sagt die Bürgervereins-Vorsitzende. Sie ist erreichbar per E-Mail an die Adresse
Anita.Oppermann48@web.de.

Jagau selbst bezeichnet unterdessen Springfelds Kritik an der Informationspolitik von Regiobus als „irreführend“: Der Bürgermeister hatte kritisiert, selbst erst am Donnerstag durch die Presse vom Planungsstopp und vom Zweifel am Standort Eldagsen gehört zu haben. Das habe ihn „irritiert“, so Jagau: Schließlich habe er selbst Springfeld bereits am Dienstag angerufen, um ihn über „die neue Sachlage“ in Kenntnis zu setzen – konkret: um mitzuteilen, „dass die Förderung der LNVG ausgesetzt sei“. Am Donnerstag habe er dann erneut mit dem Bürgermeister telefoniert.

In der Sache könne er Springfelds Unmut zwar verstehen – dass der Rathauschef im Zusammenhang mit den Überlegungen von einer „bodenlosen Frechheit“ sprach, sei „angesichts der vorher geführten Gespräche alles andere als für die Zusammenarbeit geeignet“, so Jagau.

Die Geschäftsführung von Regiobus müsse nun prüfen, was die Entscheidung der LNVG konkret bedeute, so Jagau. Danach berate dann der Aufsichtsrat und schließlich auch die Region als größter Gesellschafter. Er bestätigte, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft den Förderantrag nicht abgelehnt, sondern zurückgestellt habe. Bis Regiobus allerdings verbindlich den Auftrag für das Busnetz bekommen könne, dauere es bis Ende 2019. Die LNVG hatte angekündigt, danach wieder über den Bescheid entscheiden zu wollen: Ansonsten gebe man Millionen an Fördergeldern aus und riskiere, dass Regiobus gar nicht mehr den Busbetrieb vornehme.

Jagau zweifelte gestern gegenüber der NDZ an, dass Regiobus mit der Entscheidung über einen Neubau so lange warten könne: „Wenn man bis dahin den Busbetrieb ohne einen teuren Neubau regeln kann, muss man sich ja fragen lassen, ob man diesen Neubau überhaupt benötigt.“

Springfeld betonte in einer Antwort auf Jagaus Stellungnahme, der Regionspräsident habe ihn am 9. Januar lediglich über „Probleme mit den Fördermitteln“ informiert. Im Telefonat am Donnerstag habe Jagau ihm dann von der Nichtgenehmigung des Antrag berichtet. „Etwa zeitgleich trudelte die bekannte Pressemitteilung der Regiobus hier ein, in der der Standort Eldagsen massiv in Frage gestellt wurde – unabhängig von der Fördermittelfrage“, so Springfeld.

Seine Kritik habe sich denn auch in erster Linie gegen die Geschäftsführung von Regiobus gerichtet: Diese habe ihn – „und offenbar auch den Regionspräsidenten“ nicht nur über ihre grundsätzlichen Zweifel an Eldagsen im Unklaren gelassen, sondern auch falsch dargestellt, dass die LVNG den Antrag abgelehnt habe: „Diese Reihenfolge und die Art der Kommunikation der Regiobus kann ich nach wie vor nicht gutheißen“, so Springfeld.

Die Geschäftsführung habe den politischen Beschluss pro Eldagsen mit „einer derartigen Hemdsärmeligkeit“ in Frage gestellt, dass er dieses Vorgehen „nach wie vor als Frechheit der neuen Geschäftsführung“ empfinde. Ihm sei wichtig, den konstruktiven „sachlichen bis konstruktiven Austausch“ mit Jagau fortzusetzen.



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt