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Regiobus baut in Gehrden neu

ELDAGSEN/GEHRDEN. Das Unternehmen Regiobus ist nach eigenen Angaben auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen neuen Betriebshof fündig geworden. Am Dienstag konnte der Kauf des Areals, das sich im Gewerbegebiet Gehrden-Ost zwischen der Ronnenberger Straße und der Verlängerung Lange Feldstraße befindet, abgeschlossen werden. Regiobus hat die Fläche von einer Privatperson erworben und ist dabei von der Stadt Gehrden und der HRG (Hannover Region Grundstücksgesellschaft) unterstützt worden.

„Das Grundstück erfüllt alle unsere Anforderungen“, unterstreicht Regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel. „Mit rund 35 000 Quadratmetern, der guten Anbindung an das Straßennetz und der Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Personennahverkehr bietet es beste Voraussetzungen für den Betriebshofneubau.“ Dies gilt auch grundsätzlich für die Lage des Grundstücks. Der Standort nahe der Einsatzorte vieler Regiobus-Linien und die Nähe zur Landeshauptstadt sollen die Rahmenbedingungen für eine bessere Wirtschaftlichkeit bilden. Leerkilometer – dies meint den Einsatz von Bussen, bevor überhaupt Passagiere mitfahren – könnten durch die Lage des Betriebshofes reduziert werden. Hinzu kommt, dass eine relativ kurze Entfernung von „Heimathafen“ und Einsatzort auch die Einführung von Elektromobilität bedingt, da die Reichweiten begrenzt sind.

„Ich bin sehr stolz darauf, Regiobus von den Vorzügen eines Standortes im Stadtgebiet überzeugt haben zu können“, so Cord Mittendorf, Bürgermeister der Stadt Gehrden. „Gehrdens Infrastruktur wird durch die Ansiedlung neue Impulse erhalten und beide Seiten werden hiervon profitieren.“ „Wir sind in Gehrden mit offenen Armen empfangen und von allen Ansprechpartnern perfekt unterstützt worden“, betont regiobus-Geschäftsführerin Regina Oelfke. „Auch das Signal der Stadt, das Bebauungsplanverfahren forcieren zu wollen, ist natürlich sehr erfreulich. Wir hoffen, so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen zu können. Für uns gibt es jetzt die nötige Klarheit, weitere Schritte anzugehen. Gerade für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dieses Thema ja mit riesigem Interesse verfolgen, konkretisiert sich jetzt Vieles. Vor allem bietet es Planungssicherheit für die Zukunft“, so Oelfke.

Der neue Betriebshof soll die beiden Regiobus-Standorte in Wunstorf und in Eldagsen ersetzen. Aus jetzt fünf Betriebshöfen (außer den genannten noch Burgdorf, Mellendorf und Neustadt) sollen vier werden. Die aktuellen Betriebshöfe der Regiobus seien insgesamt „in die Jahre gekommen“. Der Standort in Eldagsen wurde 1979 eröffnet. Das Gelände in Wunstorf ist in seiner Grundstruktur über 100 Jahre alt.

Nach dem Brand auf dem Betriebsgelände in Eldagsen Ende 2014 wurde zunächst die Entscheidung getroffen (2016), an gleicher Stelle neu zu bauen. Anfang 2018 wurde einerseits die finanzielle Förderung durch das Land auf Eis gelegt. Andererseits hatten sich zwischenzeitlich die Aspekte in Bezug auf die Nutzung neuer Antriebsarten wie Elektromobilität in den Vordergrund geschoben – nicht zuletzt angesichts der immer intensiver geführten Debatte um umweltverträglicheren Nahverkehr. Die Randlage Eldagsens in der Region seifür den Betrieb von E-Bussen mit begrenzter Reichweite eher ungeeignet.

Nach dem Kauf des Grundstückes, das zurzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, wird das sogenannte Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt, um die rechtlichen Voraussetzungen vor einem Baubeginn zu schaffen. Zeitliche Prognosen zum Baubeginn bzw. zur Inbetriebnahme des neuen Regiobus-Standortes seien daher schwierig zu treffen. Bei guten Bedingungen und störungsfreiem Ablauf könnte der Bau ab 2021 beginnen und die Eröffnung des Betriebshofes 2023 erfolgen.

Der neue Betriebshof soll rund 250 Mitarbeiter und etwa 140 Fahrzeuge aufnehmen können. Als der zentrale Standort für E-Mobilität soll der Betriebshof über eine ausreichende Infra- bzw. Ladestruktur verfügen. Ein 24-Stunden-Betrieb soll ebenfalls sichergestellt werden. Etwa ein Drittel der etwa 120 Regiobus-Linien soll von dort starten, um den südwestlichen Bereich der Region zu versorgen, zum Beispiel die Städte Barsinghausen, Ronnenberg, Pattensen, Springe, Hemmingen, Seelze und Gehrden selbst. Auch zwei der direkten Linien in Richtung Landeshauptstadt werden voraussichtlich von dort eingesetzt. „Mit einem neuen, modernen Betriebshof steigt gleichzeitig die Attraktivität der Regiobus als Arbeitgeber. Ebenfalls ein wichtiger in die Zukunft gerichteter Aspekt bei zu erwartendem Arbeits- und Fachkräftemangel. Auszubildende werden wir hier unter besten Bedingungen betreuen können“, freut sich Oelfke. „Wir wünschen uns über den Bau des Betriebshofes hinaus eine intensive Partnerschaft mit der Stadt Gehrden“, ergänzt van Zadel.




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