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Rathausneubau: Weshalb sich die Jury wie entschieden hat

SPRINGE. Acht stimmberechtigte Jurymitglieder, zwölf Vorschläge von Architekturbüros aus ganz Deutschland, etliche Stunden der Beratung – und am Ende hat ein Entwurf die Nase vorn: Die Entscheider der Stadtverwaltung loben den Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des Rathauses in den höchsten Tönen.

Van Toan Tran (von links), Natalie Baranik, Franziska Schadzek und Martin Bockelmann zeigen ihren Sieger-Entwurf. Der Beitrag links landete auf Rang zwei. FOTOS: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Er habe etliche sehr gute Vorschläge mit einer guten Auswahl hervorgebracht. Auch für künftige Bauvorhaben möchte Bau-Chef Jörg Klostermann das Instrument nutzen – etwa für den Neubau von Kindertagesstätten.

Den ersten Platz hat der Vorschlag mit der Nummer 1404 der Büros SEP Architekten aus Hannover mit den Landschaftsarchitekten NSP, ebenfalls aus Hannover, erhalten. Er lieferte sich offenbar ein ganz schön knappes Rennen mit dem Wettbewerbsbeitrag mit der Nummer 1402. Der hatte die Jury offenbar auch überzeugt, aber eine Schwachstelle, die für die Wettbewerbs-Entscheider am Ende den Ausschlag zugunsten von Nummer 1402 gegeben hat.

Der Entwurf, der es schließlich auf den zweiten Platz geschafft hat, Wettbewerbsbeitrag 1402, ist von der Schlattmeier-Planungs-GmbH in Herford. Er überzeugte die Jury gleich auf mehreren Ebenen, wie es in der Begründung heißt: Dass die alten Gebäude in ein neues städtebauliches Ensemble integriert werden, und dass der Burghof eindeutig der Parklandschaft zugeordnet wird. „Das Rathaus ist hinsichtlich Volumen, Gliederungen und Öffnungen angenehm proportioniert“, urteilt die Jury in ihrer Begründung.

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Dieser Entwurf schaffte es auf den dritten Platz.
  • Dieser Entwurf schaffte es auf den dritten Platz.

Das, was den Entwurf aber auf den Platz verwiesen hat, ist die Tatsache, dass die denkmalgeschützte Mauer zur Schulstraße abgerissen und an anderer Stelle neu gebaut wird. „Das geht aus Denkmalschutzgründen nicht“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld, der dem Entwurf ansonsten aber einiges abgewinnen kann. Der Denkmalschutz war in diesem Fall also so etwas wie das Zünglein an der Waage für die Jury.

Am Siegervorschlag überzeugte die Juroren, unter anderem, dass er vorsieht, dass der bisherige Parkplatz zwischen Remise und Museum, zu einem „großen Platz fürs öffentliche Leben“ werden soll, wie es Klostermann formuliert. Er sieht den geplanten Rathausneubau als „kompaktes, solides Gebäude, das wir uns leisten können“. Dabei entspreche der Bau den heutigen Anforderungen an ein modernes Verwaltungsgebäude. Auch die Form hat den Bau-Chef überzeugt, weil sie sich gut in die Stadt eingliedere.

Für den Bürgermeister ist es auch kein unwesentliches Argument, dass das bisherige Rathaus in der Planung weiter als Verwaltungsbau genutzt wird. Dort sollen jene Fachbereiche untergebracht werden, die nicht mit großem Publikumsverkehr rechnen müssen: etwa das Rechnungswesen und die Haushaltswirtschaft. All jene Bereiche, die oft von Bürgern aufgesucht werden, sollen in den neuen, barrierefreien Trakt parallel zur Burgstraße. Springfeld: „Wenn wir irgendwo ganz neu auf einer Wiese gebaut hätten, wäre das Rathaus auf dem Burghof irgendwann eine denkmalgeschützte Ruine geworden.“

Klostermann stellt klar, dass der öffentliche Platz, der heute als öffentlicher Parkplatz genutzt wird, künftig nicht nur Treffpunkt für Bürger sein soll, sondern auch, wie bereits jetzt, Ort für Veranstaltungen wie etwa die Wirtschaftsschau oder Schützenfeste. Der Rathausneubau solle „die Finger in die Stadt strecken“ und „Verbindungen im Ort stärken“, sagt Landschaftsarchitektin Franziska Schadzek.

Klostermann bezeichnete den Architektur-Wettbewerb als „allerersten Schritt, der gemacht wurde“: „Kreative Teams haben sich Gedanken gemacht, die Ergebnisse sind sehr vielfältig geworden“.

Auf dem dritten Platz landete der Entwurf mit der Nummer 1410 von der Scheidt-Kaspruscht-Gesellschaft-von-Architekten. Ihm attestierte die Jury „viele positive Lösungsansätze, die in der Umsetzung jedoch insgesamt nicht überzeugend sind.“



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