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Rathausbau: Das sagt die Politik

SPRINGE. Der Sieger-Entwurf liegt vor – eine Entscheidung steht aus: Ob, wie und wann der Rathausneubau angegangen wird, beschließt die Politik. SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt drängt auf einen schnellen Beschluss, CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay will abwarten, bis die Verwaltung Zahlen zu den Kosten vorlegt.

Wie soll es hier künftig aussehen? Trotz des Architektur-Wettbewerbs entscheidet am Ende die Politik über den Neubau. FOTO: MISCHER
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Das soll kein Fass ohne Boden werden“, sagt Nikolay. Und betont, dass es Bauprojekte gäbe, die wichtiger seien: „Die Kitas stehen ganz oben auf der Prioritätenliste.“ Die Kostenplanung, so Nikolay, gäbe es mit fortschreitender Planung, seine Fraktion wolle sich in den kommenden Tagen mit den verschiedenen Entwürfen vertraut machen und eine Meinung bilden, „das Thema ist komplex“.

SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt indes will aufs Tempo drücken: „Wir sollten schnellstmöglich über das Thema sprechen, es auf die lange Bank zu schieben, bringt nichts mehr.“ Er fordert, dass über den Rathausneubau bereits während der nächsten Ratssitzung gesprochen wird. „Ich will dann eine Entscheidung haben.“ Natürlich spiele auch die Kostenfrage eine Rolle, die ersten drei Entwürfe sollen in der Hinsicht unter die Lupe genommen werden. Grundsätzlich bevorzugt Reinhardt den ersten Entwurf „nun müssen wir schauen, was der Spaß kostet“. Eine Finanz-Obergrenze mag er indes nicht setzen – und zunächst abwarten, welche Kosten die Verwaltung errechnet. Vorrang hat für ihn auch der Kita- und Schulneubau, aber auch das Rathaus sei eben wichtig.

Klaus Nagel (FDP) zeigt sich vom Sieger-Entwurf angetan „Mich hat das überzeugt, das Konzept kann ich mir sehr gut vorstellen“. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis, glaubt Nagel, sei bei der Sieger-Variante optimal, auch „aus energetischer Sicht ist es sehr gut“. Angesichts zahlreicher Bauprojekte, die die Verwaltung stemmen muss, kommt der Neubau des Rathauses für die FDP nicht auf Platz eins: „Da stehen die Kitas mit den Schulen gleichauf.“ Nagel: „Wir sollten das erst mal stemmen“, danach könne man sich ums Rathaus kümmern.

Udo Selent von der Linken sieht das ähnlich: „Die Verwaltung ist im Bau-Bereich aktuell sehr ausgelastet“, sagt er. Er könnte sich vorstellen, dass mit dem Neubau gewartet wird, bis die Hochkonjunktur in der Bau-Branche abflaut, was aus seiner Sicht Kostenersparnisse mit sich bringen könnte.

Für Ursula Schulz-Debor, Fraktionschefin der Grünen, ist nicht in Stein gemeißelt, dass das Sieger-Projekt automatisch umgesetzt wird. „Das wäre zwar eine logische Option – wir müssen das aber nicht.“ Sie vermutet, dass die Politik am Ende zwischen dem ersten und zweiten Entwurf entscheiden wird – dabei, geht sie davon aus, dass auch die Kostenschätzung der Verwaltung eine Rolle spielen dürfte. Beim Zeitplan will sich Schulz-Debor nicht festlegen: „Wir haben viele Projekte, die angefangen werden – und wir brauchen alles, möglichst schon gestern.“ Auf ihrer persönlichen Prioritätenliste steht das Rathaus angesichts von Kita- und Schulneubauten und Feuerwehrhäusern nicht vorn.

Ratsmitglied Uwe Lampe hat Bauchschmerzen mit dem Sieger-Entwurf: Ihm stößt, unter anderem, bitter auf, dass der bestehende Festplatz vor dem Museum zwar weiter als Festplatz genutzt werden – aber verkleinert werden soll. „Da sehe ich einen Widerspruch.“ Auch wünscht er sich, dass die Umgestaltung des Rathaus-Areals nicht ohne die Weiterentwicklung des Polizeigebäudes gedacht wird. „Man sollte diese Entscheidung nicht über das Knie brechen.“

Wolfram Bednarski von der AfD kann dem Sieger-Entwurf viel abgewinnen: „Ich halte ihn für recht ordentlich – auch, weil er ins Stadtbild passt.“ Auch der Standort auf dem Burghof ist für ihn gesetzt. Er hofft nun, dass das Projekt binnen eines „nicht allzu langen Zeitraums“ umgesetzt wird. Immerhin gäbe es Bedarf, nicht zuletzt mit Blick auf die Verwaltungs-Mitarbeiter, die aktuell in Büros arbeiteten, die „nicht den Anforderungen an ein modernes Arbeitsumfeld“ entsprächen.



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