weather-image
Viele Unternehmen am Deister und in der Region setzen auf weibliche Führungskräfte

Quotenfrauen in Springer Betrieben?

Springe/Völksen/Altenhagen I (col). Sie ist umstritten in Politik und Wirtschaft. Und sie soll mehr Mitarbeiterinnen in die Führungsetagen der Firmen bringen: die Frauenquote. Die Meinungen zur Sinnhaftigkeit solch einer Regelung gehen weit auseinander. Die Neue Deister- Zeitung hat bei heimischen Unternehmen einmal nachgefragt, was sie von der Diskussion halten.

270_008_4899894_Pfau_9300.jpg

Kornelia Hülter, Geschäftsführer beim Entsorger aha, spricht sich klar gegen die Einführung einer solchen Regelung aus: „Gleiche Chancen bei gleicher Qualifikation muss das Ziel sein. Eine Quote reicht nicht.“ Sie könne sich sogar vorstellen, dass sich eine Quotenbesetzung negativ auf die Frauen in Führungspositionen auswirke. „Ich setze auf eine Unternehmenskultur, die Chancengleichheit ernst nimmt und durch familienfreundliche Bedingungen Frauen auf ihrem Weg nach oben unterstützt“, sagt Hülter.

Bei der Firma Paulmann in Völksen sind derzeit drei weibliche Führungskräfte beschäftigt. Geschäftsführer Thomas Hamann würde gern mehr Frauen an der Spitze einstellen: „Durch die geringe Fluktuation im Führungspersonal ist dies allerdings nicht schnell umzusetzen. Wir denken, dass es viele qualifizierte Frauen für leitende Positionen gibt.“ Das Unternehmen biete durch die Möglichkeit der Betreuung im Betriebskindergarten gute Rahmenbedingungen für Frauen. Zu einer generellen Quote würde Hamann jedoch Nein sagen: „Zum einen zählt die Qualifikation des Bewerbers beziehungsweise der Bewerberin und zum anderen schränkt es unsere unternehmerische Freiheit ein.“

Auch bei Octapharma ist eine Frauenquote kein Thema. „Wir stellen viele Frauen ein“, sagt Personalleiterin Annett John. In der obersten Führungsebene sind von sieben Stellen zwei mit Frauen besetzt. Außerdem sind vier von den fünf Trainees, die wir momentan zu Führungskräften ausbilden, weiblich“, fügt John hinzu. Das sei deswegen besonders erstaunlich, weil die Hochschulabsolventen aus technischen Studiengängen stammen.

Die Geschäftsführerin von Pfau-Kommunalgeräte in Altenhagen I, Alexandra Pfau, findet eine gesetzliche Frauenquote prinzipiell nicht sinnvoll. „Mit der Zeit und dem demografischen Wandel wird sich diese Diskussion sowieso erledigen“, ist Pfau überzeugt. Und weiter: „Dass Frauen, die es wirklich wollen, es auch schaffen können, sieht man ja in der Politik.“ Aus eigener Erfahrung wisse sie auch, dass ein gemischtes Team immer besser ist.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt