weather-image
27°

Quilisma zeigt am Wochenende sein Luther-Theater

SPRINGE. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“: Dieser eingängige Satz fehlt auch im Luther-Stück vom Quilisma-Kinderchor nicht. Vieles andere aber ist neu. „Alles Neu?!“ heißt das Musiktheater sogar, das die Vier- bis Elfjährigen an diesem Wochenende in insgesamt vier Auffürungen zeigen.

270_0900_44196_Alles_Neu_bei_Quilisma4.jpg
marita

Autor

Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Der 36-jährige Regisseur Michael Lohmann, der früher selbst„Quilisma“-Mitglied war, hat dem Chor ein Stück auf den Leib geschneidert, in dem neben dem großen Reformator Martin Luther auch die drei großen Entdecker Johannes Gutenberg, Christoph Kolumbus und Nikolaus Kopernikus im Mittelpunkt stehen. „In einem Zeitraum von rund 150 Jahren formieren sie unsere Welt um, ohne die Tragweite ihrer Entdeckungen überschauen zu können“, ist Lohmann bei der Recherche klar geworden. Also bringt er sie zusammen auf die Bühne und erzählt in fantasievollen Episoden Weltgeschichte. Herausgekommen ist „ein sehr menschliches Stück“, beschreibt Lohmann.

Mit „Alles Neu?!“ setzt der Theatermusiker aber auch einen lang gehegten Wunsch um: Er macht aus der St.-Andreas-Kirche einen großen Saal. Mit dem Argument „Wer zeigen will, wie die Reformation die Kirche verändern wird, muss die Kirche tatsächlich verändern“, überzeugte er den Kirchenvorstand von St. Andreas davon, alle Bänke aus dem Gotteshaus entfernen zu dürfen. Eine schweißtreibende Aufgabe, die eine Gruppe von Quilisma-Vätern erledigte.

Geblieben ist eine Zuschauer-Insel inmitten von vier Spielflächen. „Wir nutzen den Raum und überschreiben ihn mit etwas anderem“, so Lohmann, „wir reformieren ihn“. Das Publikum ist mittendrin, mehrfach im Stück öffnet sich eine neue Ebene – und damit dann auch eine neue Welt.

Die Lieder zu dem reformatorischen Musiktheaterstück hat Kinderchor-Leiterin Lea Wolpert zusammengestellt. Die Jungen und Mädchen singen Werke von der Gregorianik über die Dekade Martin Luthers bis hin zur Moderne. Wolpert: „Dabei wird die Verwandlung der Musik durch Luther hörbar gemacht.“ Der Zuschauer könne „eintauchen in diese Zeit der Veränderungen, die die Reformation war und die bis heute nachklingt“. Begleitet wird der Kinderchor vom Orchester „Scandicus Springe“, einem fünfköpfigen Ensemble aus Studenten und Absolventen der Musikhochschule Hannover.

Lohmann hat das Stück bewusst so geschrieben, dass es viele kleine Rollen gibt: Der Quilisma-Nachwuchs soll reichhaltige Bühnenerfahrung sammeln können. Weil die Mehrheit der 40 Darsteller Grundschüler sind, geht es letztlich nicht um den perfekten Auftritt. „Es darf auch mal eiern“, meint er, „viel wichtiger ist uns, dass die Kinder sichtbaren Spaß haben und sich in das Stück reinhängen“. Das sollte gelingen – und großartig sieht es dank der Kostüme, die Chor-Managerin Barbara Waltsgott zusammen mit einer Bühnenbildnerin und der Unterstützung von Chor-Müttern und –Großmüttern entworfen hat, auch noch aus.

„Alles Neu?!“: Aufführungen morgen und übermorgen um 18 Uhr in der St.-Andreas-Kirche in Springe. Heute Vormittag gibt es zwei Vorstellungen für die IGS Springe (5. Jahrgang) und die Grundschule Völksen. Eintrittskarten für die Wochenend-Termine sind für 12 Euro (Kinder: 6 Euro) an der Abendkasse erhältlich.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare