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Prozess am Amtsgericht: Diebstahl oder Versicherungsbetrug?

SPRINGE. Wurde beim Einbruch in einen Kiosk im Stadtgebiet tatsächlich Ware gestohlen – oder liegt hier ein Fall von Versicherungsbetrug vor? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Amtsgericht.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Konkret geht es um einen Fall aus dem Juni vergangenen Jahres. Den Betreibern eines Kiosks im Stadtgebiet war nach eigener Darstellung morgens aufgefallen, dass das Schloss zum Gebäude defekt war – sie alarmierten daraufhin die Polizei. Die Beamten hatten den Vorfall damals allerdings lediglich als versuchten Einbruch aufgenommen. Dennoch meldeten die Betreiber bei der Versicherung einen Schaden an. Und sind nun wegen Versicherungsbetrugs angeklagt.

Am zweiten Prozesstag sagte der Vater des jungen Mannes als Zeuge aus und berichtete von dem Morgen, als sein Sohn das kaputte Schloss bemerkte. „Die Polizei sagte nur: ‚schon wieder‘“, berichtete der Zeuge. Daraufhin sei sein Sohn sauer geworden. Die Beamten hätten nichts getan und seien auch nicht in den Kiosk gegangen. Sein Sohn habe dann mit der Schulter die Kiosktür geöffnet. Der Vater sei, wie geplant, zum Großmarkt gefahren.

Es habe sich bereits um den dritten Einbruch in nur vier Wochen gehandelt, sagen die Betreiber. Auch im Polizeibericht vom Juni ist von einem versuchten Einbruch die Rede – das hätten die Betreiber den Beamten vor Ort auch so gesagt, erklärt die Polizei. Das wiederum bestreitet der Angeklagte.

Geklaut wurde laut seiner Aussage teurer Tabak und Tütchen. Die Richterin hakte im Prozess noch einmal nach: Woher wisse er, was fehlte? „Ich habe den Kiosk am Abend zugemacht; ich wusste, wie viel da liegt.“ Anhand der Rechnung für den Einkauf des Tabaks habe er zudem nachvollziehen können, dass er an den vergangenen Tagen nicht so viel verkauft habe. Später stellte der junge Mann auch noch fest, dass vier verschlossene Kartons Kaffee fehlten. Möglicherweise, so spekulierte er, hätten die Täter in den Kartons noch mehr Tabak vermutet, da die Päckchen unbeschriftet und verschlossen gewesen seien.

Und: Das Türschloss habe auf dem Boden gelegen. Nach dem Einbruch am 23. Mai sei das alte Schloss ausgetauscht worden und eine neue, sichere Tür eingebaut worden. In der Nacht hatten dort Täter unter anderem Zigaretten geklaut. Die Schadenshöhe bezifferte die Polizei damals auf rund 3000 Euro. Bereits Anfang Mai hatten Jugendliche aus Hameln und Bad Münder ein Loch in die Scheibe geschlagen und sich am Verkaufstresen an Süßigkeiten bedient. Die Polizei konnte die Diebe in der Nähe des Tatortes fassen. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht seine Unschuld, er habe den vermeintlichen Betrug nicht nötig, sei auf so eine geringe Schadenssumme nicht angewiesen.

Für heute hat das Gericht die nächste Verhandlung anberaumt. Polizisten, die den Bericht verfasst haben, sollen ihre Sicht der Dinge schildern.



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