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Junge Männer wegen schwerer Körperverletzung zu Bewährungsstrafen und Sozialstunden verurteilt

Provoziert, verprügelt: Handabdruck im Gesicht

Springe (jemi). Oft reichen schon kleine Provokationen, um einen Menschen in Rage zu bringen. So geschehen auch im März dieses Jahres in Springe, als am Kurzen Ging ein Pärchen von zwei jungen Männern erst angepöbelt und dann auch noch verprügelt wurde – ohne erkennbaren Grund.


Die beiden Angeklagten, ein Springer und ein Hannoveraner, mussten sich gestern am Amtsgericht Springe wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Der 25-jährige Haupttäter gab gleich zu Beginn der Verhandlung zu, dass von ihm die Gewalttat ausgegangen war. Zunächst habe er das Paar beschimpft, das darauf zurückgerufen haben soll: „Hast Du ein Problem?“ Das genügte, um den 25-jährigen Hannoveraner zur Weißglut zu bringen.

Eine Zeugin sagte aus, dass er seine Jacke energisch auszog und seinem Kumpel, der einen großen Hund mit sich führte, in die Hand drückte. Dann rannte er auf das 32-jährige Opfer zu und versetzte ihm von hinten einen Schlag. So startete das Gerangel.

Kurios an dem Vorfall: Der Angeklagte selbst sagte aus, dem 32-Jährigen noch einen weiteren Faustschlag ins Gesicht verpasst zu haben. Das Opfer dagegen erinnerte sich gar nicht mehr an diesen Hieb und erklärte, gar nicht so schwer verletzt gewesen zu sein. Allerdings ging der 25-jährige Täter anschließend auch noch auf die Frau los, die schlichtend eingreifen wollte. Erst schubste er sie, dann gab er ihr eine Ohrfeige, sodass die 23-Jährige zu Boden fiel und sich die Knie aufschürfte.

Diesen Vorgang sah Richterin Pamela Ziehn als erwiesen an. Auf Bildern, die Polizeibeamte nach dem Vorfall anfertigten, war sogar noch der Handabdruck auf der Wange der Frau sichtbar.

Der zweite Angeklagte, der den Hund mit sich führte, bestritt dagegen, selbst zugeschlagen oder getreten zu haben. Er betonte immer wieder, dass er genug damit beschäftigt war, den aufgeregten Hund an der Leine zu halten. Ein Springer Ehepaar beobachtete den Zwischenfall am Kurzen Ging und bestätigte zum Großteil die Ausführungen der beiden Angeklagten.

Obwohl die Beweisaufnahme und das Geständnis des 25-Jährigen belegt hatten, dass er der Haupttäter war, wurde auch der zweite Angeklagte verurteilt. Während der Hannoveraner mit sieben Monaten auf Bewährung davon kam, wurde der jüngere Angeklagte zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 80 Sozialstunden leisten. Die Richterin erklärte: „Auch wenn es einen Hauptakteur gab, gehe ich von einer gemeinschaftlich verübten Tat aus.“ Der Staatsanwalt sah den Tatbestand ähnlich: Es sei eindeutig auch durch die neutralen Zeugen geklärt, dass der Hundebesitzer sich nicht schlichtend eingebracht hätte, sondern für seinen Freund eine psychologische Stütze dargestellt habe und ihm mit dem Hund zur Seite stand.



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