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„Saal war eindeutig zu klein gewählt“ / Hische kritisiert auch Eltern: Kleine Kinder instrumentalisiert

Protest im Rat: Verwaltung räumt Fehler ein

Springe (mf/zett). Die Verwaltung hat im Umgang mit den Protesten von Kita-Kindern während der jüngsten Ratssitzung Fehler eingeräumt. Und auch Ratsvorsitzender Volker Gniesmer gesteht, die Situation falsch eingeschätzt zu haben.

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Wie berichtet, hatten Eltern und Kinder der Kita Holtensen vor und während der Sitzung gegen die drohende Schließung ihrer Einrichtung protestiert. Der Nachwuchs hielt sich während der laufenden Sitzung mehr als eine halbe Stunde lang zwischen den Tischen von Verwaltung und Politik auf. Mit zunehmender Dauer der Diskussion wurden die Kinder unruhig, krabbelten, spielten und redeten. „Was da gelaufen ist, ging gar nicht“, hatte sich nach der Sitzung schon CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay gegenüber der NDZ empört. Gniesmer sagte gestern, er habe zwar nicht den Eindruck gehabt, die Kinder störten die Sitzung – „aber optimal war das nicht“.

Als sich abzeichnete, dass viele Eltern und Kinder an der Sitzung teilnehmen wollten, habe er mit Bürgermeister Jörg-Roger Hische besprochen, den kritischen Tagesordnungspunkt an den Anfang der Sitzung zu legen. Er habe außerdem den Protest der Kinder mit einem selbst gemalten Plakat unterbunden.

Dass Gniesmer anschließend nicht mehr eingriff, habe mehrere Gründe gehabt, sagte er gestern: „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Diskussion so lange dauert.“ Weil der Saal im Berggarten Eldagsen so eng gewesen sei, habe er die Kinder aber auch nicht an die Seite schicken können. „Und wenn wir sie ganz rausgeschickt hätten, wäre der Unmut noch größer gewesen.“

Eine Befürchtung, die auch Hische teilt: „Möglicherweise wäre die Situation dann sogar eskaliert.“

In jedem Fall habe die Stadt aus der Situation gelernt und werde daraus Konsequenzen für die Zukunft ziehen. „So etwas passiert uns nicht noch mal – das würde ich nicht wieder zulassen“, macht der Bürgermeister deutlich. Künftig werde man sich im Vorfeld genau überlegen, wie viel Brisanz in der jeweiligen Tagesordnung steckt und das bei der Wahl des Sitzungssaales berücksichtigen. „Der Raum war hier eindeutig zu klein.“

Unglücklich sei im Nachhinein auch gewesen, dass die Stadt sich im jüngsten Fall nicht für eine kommunale Immobilie wie beispielsweise die Schulzentren Nord oder Süd, sondern für eine Gaststätte entschieden habe. „Da hatten wir nicht mal Hausrecht, um die Ordnung wieder herstellen zu können.“

Er habe zwar durchaus Verständnis dafür, dass die betroffenen Eltern emotional sehr bewegt gewesen seien. „Ich finde es aber trotzdem nicht richtig, dass hier kleine Kinder instrumentalisiert wurden. Die wussten doch gar nicht, worum es geht.“



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