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Privatisierung des Hallenbads Springe nimmt nächste Hürde

Das Hallenbad soll privatisiert werden - die Stadt will so Geld sparen. Am Donnerstagabend beschäftigte sich der Finanzausschuss mit dem Thema.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

SPRINGE. Irgendwann riss Clemens Gebauer der Geduldsfaden. „Befremdlich“ finde er die Diskussion, schimpfte der Rathausvize am Donnerstagabend im Finanzausschuss: Seit einem dreiviertel Jahr diskutiere man mit der Politik diese Pläne - und nun werde alles grundsätzlich in Frage gestellt! Am Ende konnte er sich beruhigen: Der Ausschuss gab bei zwei Gegenstimmen (Grüne, AfD) seinen Segen; die Verwaltung soll die Privatisierung des Hallenbads vorbereiten, wenn auch der Rat in zwei Wochen zustimmt.

Das Bad (jährliches Minus gut 500 000 Euro) würde dann innerhalb eines komplizierten Holding-Gebildes betrieben: Der Stadt und den bisherigen Stadtwerke-Mitgesellschaftern (BS Energy, Veolia, Stadtwerke Hameln) soll eine neue Dachfirma gehören, die wiederum die Stadtwerke Springe und eine neue Bäder-GmbH samt Hallenbad-Gelände und Immobilie besitzt.

Im Ausschuss stellte Berater Veit Lichtenegger vom Wirtschaftsprüfer PwC den Stand der Dinge vor - und beantwortete die zahlreichen Fragen der Politiker. Er erinnerte an die Grundidee des Plans: Über die neue Holding können die Stadtwerke (kurz gesagt) den Verlust des Hallenbads mit dem eigenen Gewinn verrechnen. Die Stadt bekommt so zwar weniger Geld ausgeschüttet - spart sich aber die Hallenbadkosten.

Ein Thema in der Debatte waren die Mitarbeiter, die künftig ebenfalls in der neuen Bäder-GmbH angestellt wären. Sie sollen vertraglich weiter zu den bisherigen Konditionen beschäftigt werden, hieß es vonseiten der Stadt. Am Montag soll es weitere Gespräche mit ihnen geben. 

Für die Grünen stellte Ratsherr Dennis Allerkamp die Pläne infrage: Es sei „absurd“, nun Geld dafür auszugeben (60 000 bis 70 000 Euro kosten die Vorbereitungen laut PwC), um am Ende Steuergelder hin- und herzuschieben. Arnd Bachmann (AfD) warnte vor der Privatisierung: Es sei unklar, wie sich die Bilanz der Stadtwerke entwickle - man gebe für einen kurzfristigen Effekt das Hallenbad dauerhaft aus den Händen. Gebauer betonte, man erfinde das Rad nicht neu: Zahlreiche Kommunen nutzten ein solches System für ihre Bäder.

Verwaltungsausschuss (20. Juni) und Rat (27. Juni) beschäftigen sich nun noch mit dem Thema - bestätigen sie den Beschluss des Finanzausschusses, wird die Privatisierung vorangetrieben.



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