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Prinz „Schweineschnauze“ und Prinzessin „Dumme Pute“

Eine heimliche Liebe, Affären, Macht und Hass, Auftragskiller und eine jahrzehntelange Verbannung: Aus diesem Stoff ist der neue NDZ-Fortsetzungsroman, der am Dienstag startet. Dort erfährt man auch, warum sich Prinzessin Sophie Dorothea und ihr Mann gehasst und beschimpft haben („Schweineschnauze! Dumme Pute!“).

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Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Das, was Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg im 17. Jahrhundert geschah, ist auch ganz ohne Fantasie bester Romanstoff. Autor Heinrich Thies hat Fantasie – und hat die Geschichte aufgeschrieben. Sein Roman „Die verbannte Prinzessin“ erscheint ab heute in der NDZ als Fortsetzungsroman – und setzt so die erfolgreiche Kooperation mit dem zu-Klampen-Verlag fort.

Thies zeichnet in dem als Roman verfassten Werk das Leben von Prinzessin Sophie nach, geboren 1666 in Celle und 1682 gezwungenermaßen mit ihrem ungeliebten Cousin verheiratet – Herzog Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg, später als Georg I. britischer König. Thies beschreibt die gegenseitige Abscheu, mit der sich die beiden begegneten: „Sie hat ihn Schweineschnauze genannt und er sie dumme Pute oder Bastard.“ Im Buch lässt Thies die Prinzessin verzweifelt schluchzen, sie werde ihn niemals heiraten: „Lieber sterbe ich.“

Die Verzweiflung, die Einsamkeit führt Sophie schließlich in eine Affäre mit Philipp Christoph Graf von Königsmarck. Eine Affäre, die aufgedeckt wurde – und für die Beteiligten heftige Konsequenzen hatte: Während von Königsmarck verschwand, offenbar von Auftragskillern des Königshauses getötet, wurde Sophie nach dem Scheidungsprozess auf Schloss Lauenau schließlich auf Schloss Ahlden in der Lüneburger Heide gebracht. Ein Gefängnis, dass sie bis zu ihrem Tod nur sporadisch verlassen durfte. Eine harte Strafe – dabei „hatte sich die Frau einfach nur das gleiche Recht herausgenommen wie der Mann“, sagt Thies: Schließlich hatte auch Georg I. Affären und Geliebte.

Doch bei aller vergleichsweisen Freizügigkeit der Barockzeit: „Das, was man heute als Privatsphäre einordnen würde, war damals auch Teil der Politik“, sagt Thies: Durch strategische Hochzeiten wurden Königreiche geschmiedet. Und wenn die Ehen wankten, wankte auch das Reich.

Heinrich Thies arbeitete ab 1987 als Zeitungsredakteur in Hannover und fing später an, Romane zu schreiben: Sein erstes Buch, „Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Das Leben der Bäuerin Hanna“ erschien 2001, eine Romanbiografie mit seiner Mutter als Hauptperson: „Ich wollte ihr ein Denkmal setzen– und meinen Kindern die untergegangene bäuerliche Welt meiner Eltern näherbringen“, sagt Thies. Das Buch wurde ein Erfolg und Thies schrieb weiter: Romane, Krimis, Kinderbücher, aber auch ein Werk über den Harz. Zum Buch „Die verbannte Prinzessin“ brachte den Autor auch sein Wohnort: „Wir leben nur fünf Kilometer von Schloss Ahlden entfernt. Da bin ich oft vorbeigeradelt und habe mir überlegt, wie sich die verbannte Prinzessin da gefühlt haben mag.“

„Verbannte Prinzessin“ ist im Völksener zu-Klampen-Verlag erschienen. Auch eine Lesung mit Heinrich Thies ist in Planung – einen Termin gibt es mit Blick auf die Corona-Beschränkungen momentan noch nicht. „Die verbannte Prinzessin“ steht auch bei der NDZ, Bahnhofstraße 18, zum Verkauf.




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