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Premiere fürs THW Springe

SPRINGE. Erstmals hat ein Helfer des Technischen Hilfswerks in Springe an einem internationalen Auslandseinsatz der Katstrophenschutzorganisation teilgenommen.

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Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Lars Zufelde, Leiter der hiesigen Fachgruppe Logistik, war eine Woche lang in Jordanien und half dort beim Aufbau einer ehrenamtlichen Katastrophenschutzorganisation – so etwas wie ein jordanisches THW in dem Königreich.

„Das Land ist toll, dort leben sehr aufgeschlossene Leute“, sagt Zufelde. Besonders am Freitag, der in islamischen Ländern so etwas wie ein Sonntag ist, habe er Gelegenheit gehabt, sich in Jordanien umzuschauen.

In der Woche war dann Arbeit angesagt: Die Seecontainer, in der Ausrüstungen für die neu zu gründende Organisation sind, waren schon da. Nur nicht sortiert. „Ein Satz Ausstattung für eine Station besteht aus über 130 Aluminiumkisten unterschiedlicher Dimensionen und aus mehreren Paletten für längere Materialien“, sagt Zufelde. Insgesamt befinden sich sechs Stationen aktuell im Aufbau, zwei weitere sollen noch hinzukommen. Da musste also bei den Kisten und Kästen – und bei deren Inhalt eine ganze Menge Ordnung geschaffen werden. Zufelde: „Die Ausstattung ist angelehnt an die eines Technischen Zuges des THW in Deutschland.“ Die Kisten und sogar die Materialien sehen dabei sogar fast genauso aus wie die der Katastrophenschützer in Deutschland. „Es beginnt mit Kleinmaterialien wie Nägeln und Schrauben, geht über Arbeitsschutzausstattung wie Schnittschutzhosen, Gummistiefel, Helme, Handschuhe und Gehörschutz bis hin zu Geräten wie pneumatischen Hebekissen, Motorsägen, Trennschleifern, Aggregaten und Hydraulikhebern.“

Ungewohnt waren die Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke, die im Schatten erreicht wurde. „Aber aufgrund der geringen Luftfeuchte war es erträglich“, sagt der Springer. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Kräften habe „sehr unkompliziert und freundschaftlich funktioniert – trotz der sprachlichen Hürden und unterschiedlichen Kulturkreise, aus denen die Beteiligten stammten“.

Das THW ist in Jordanien im Einsatz, um die dortige Regierung beim Aufbau einer zivilen Katastrophenschutz-Organisation zu unterstützen: Bisher ist das nämlich in dem Land rein staatlich, gleichsam militärisch organisiert, die Arbeit soll aber teilweise vom Ehrenamt übernommen werden. Auftraggeber für das THW ist das Auswärtige Amt.

Zufelde räumt ein, dass er im Vorfeld der Reise ganz schön aufgeregt war: „Ich war noch nie in Jordanien, und auch noch nie für das THW im Ausland.“ Solche Ausflüge könnte es für die Springer Katstrophenschützer künftig aber häufiger geben. Immerhin sind Zufelde und ein Kollege nun in der Expertendatenbank des THW gespeichert. Und sie haben etliche Impfungen und einen Grundlagenlehrgang für Auslandseinsätze, sowie einen Online-Kursus der Vereinten Nationen absolviert. „Ich gehe schon davon aus, dass sich die Zahl der THW-Auslandsaufenthalte künftig weiter erhöhen wird“, sagt Zufelde.

Als die Anfrage bei ihm eintraf, ob er an dem Einsatz in Jordanien teilnehmen könne, habe er keinen Moment gezögert. Insgesamt acht ehrenamtliche Logistik-Helfer des THW aus der gesamten Bundesrepublik waren dabei. Zufeldes Bilanz nach zehn Tagen in dem Haschemitischen Königreich: „Ich würde solch einen Einsatz sofort immer wieder machen.“

In mehr als 130 Ländern war das THW, das dem Bundesinnenministerium als Bundesanstalt unterstellt ist, seit seiner Gründung im Jahr 1950 im Einsatz.



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