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Post-Aus: Mehr Kunden in den Ortsteilen?

ELDAGSEN/VÖLKSEN/BENNIGSEN. Die Post-Schließung in Springe wird sich auch in den Ortsteilen bemerkbar machen, erwarten die Einzelhändler.

Baxmann reduziert die Öffnungszeiten: Im Geschäft an der Langen Straße können Eldagser ihre Pakete abgeben. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Während der Sommerferien, als die Post aus Personalknappheit mehrfach geschlossen hatte, seien die Kunden auch auf die Ortsteile ausgewichen, sagt Dieter Neck vom gleichnamigen Haushaltsgeschäft in Bennigsen.

Bei Neck am Osterland können die Kunden ebenfalls Pakete oder Briefe abgeben, aber auch Geld bei der Postbank einzahlen. „Wir haben gut zu tun“, berichtet Neck. Unzufrieden seien die Bennigser mit dem Service aber nicht – ganz im Gegenteil. Das Geschäft hat durchgehend von 8.30 bis 18.30 Uhr und am Sonnabend bis Mittag geöffnet – und somit länger als die Post-Filiale in Springe. „Lange Wartezeit gibt es bei uns auch nicht, und Parkplätze gibt es bei dem Rewe auch genug“, sagt Neck. Zudem können die Pakete in seinem Geschäft gelagert werden und gehen noch am selben Tag raus. „Wir werden die Schließung in Springe genau beobachten und im Auge behalten, wie es sich entwickelt, dann könnten wir entsprechend reagieren.“

Ähnlich sieht das Erika Henze von der Völksener Wundertüte: „Wir haben sehr viele Kunden, das Angebot wird sehr gut angenommen“, berichtet Henze. Dennoch sei die Filial-Schließung schade. „Damit fehlt dann auch das Fachwissen. Und ohne uns Einzelhändler würde das System der Post gar nicht mehr funktionieren, würden wir ihre Arbeit nicht übernehmen“, sagt Henze. Während der vergangenen Schließungen in Springe seien zwar deutlich mehr Kunden zu ihr gekommen, sie rechnet aber damit, dass sich das auf die Ortsteile verteilen wird. Sie sei bereits von Kunden angesprochen worden, die die schlechte Parksituation in Springe kritisierten. „Andere waren auch schon erbost, als sie bei der Post vor geschlossenen Türen standen.“ Einen Automaten oder Kontoauszugdrucker habe Henze aber nicht.

Ebenfalls Pakete abgeben können die Eldagser bei Elektro-Baxmann an der Langen Straße. Dort wurden allerdings die Öffnungszeiten reduziert. Seit Montag hat das Geschäft vormittags ab sofort nur noch von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Am Nachmittag ist von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 8.30 bis 12.30 Uhr offen. „Wir haben es sofort gemerkt, wenn die Post in Springe geschlossen hatte“, sagt Mitarbeiterin Melanie Heuer. So seien die Springer auch nach Eldagsen gekommen, um ihre Pakete abzugeben.

Im Geschäft selbst sind zudem Schließfächer für die Kunden vorhanden. Auch Geld bei der Postbank kann abgehoben werden – einen Kontoauszugdrucker gibt es allerdings nicht. „Insgesamt wird das Angebot sehr gut angenommen.“

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„Die Schließung bringt Frequenz in die Innenstadt“, sagt Wilko Struckmann, Vorsitzender des Werbe- und Informationsrings (WIR). Auch wenn die Schließung erst einmal „unschön“ sei, eine „wirkliche Katastrophe“ wäre der Wegfall der Dienstleistungen. Der Post-Service rücke so näher in die Stadt. „Es gibt gerade viele tolle Ansätze und Chancen, um die Innenstadt attraktiver zu machen“, sagt Struckmann. Da die Einkäufer immer bequemer würden und am liebsten alles an einem Ort erledigen wollen, sei es nur logisch, Dienstleistungen zu konzentrieren. Gleichzeitig wollten die meisten Springer mit einem Auto direkt vor das Geschäft fahren – dass das jetzt bei „Büro und Co.“ schwierig werden kann, weiß auch Struckmann. Er denkt aber bereits weiter und hofft auf das Othmer-Projekt mit den zusätzlichen Parkplätzen. „Und die müssen zur Fünfhausenstraße kommen, die Kunden von heute müssen den Parkplatz sehen. Kämen die Flächen an die Rückseite von Rewe, „wäre das eine Katastrophe“, sagt Struckmann. Er hofft, dass das Millionenvorhaben bereits in den kommenden zwei Jahren fertiggestellt werden kann.

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