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Posse um Schilder am Beckerweg

ALVESRODE. „Was lange währt, wird endlich gut“ besagt ein bekanntes Sprichwort. Davon kann in Alvesrode keine Rede sein: Die Stadt hat wenige Monate nach ihrem Durchgreifen am Beckerweg einen Rückzieher gemacht: Das Verkehrsschild, das die Durchfahrt der Straße auf 2,10 Meter begrenzte, ist wieder weg.

Die Durchfahrtsbegrenzung ist zwar wieder aufgehoben, eine Warnbake ist trotzdem noch da.
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

ALVESRODE. „Was lange währt, wird endlich gut“ besagt ein bekanntes Sprichwort. Davon kann in Alvesrode keine Rede sein: Die Stadt hat wenige Monate nach ihrem Durchgreifen einen Rückzieher gemacht: Das Verkehrsschild, das die Durchfahrt der Straße auf 2,10 Meter begrenzte, ist wieder weg – sehr zum Ärger des Grundstückseigentümers.

Ein Rückblick: In den 1970ern war der Beckerweg in Alvesrode ausgebaut worden. Dabei hatte es die Gemeinde offenbar versäumt, einem Anwohner seine Fläche abzukaufen. Heißt konkret: Ein Teilbereich der Straße ist bis heute in Privatbesitz.

Im August setzte die Stadt dann aus ihrer Sicht das Ergebnis einer gerichtlichen Einigung durch: Mit einer Durchfahrtsbegrenzung verhinderte sie, dass Autos die Straße befahren durften, die zu breit für den öffentlichen Teil des Wegs waren. Ergebnis: Anwohner, die etwa einen Wohnwagen besitzen, konnten ihr Grundstück legal nicht mehr erreichen.

Die neue Verkehrsregelung war Inhalt eines Vergleichs, den die Betroffenen vor Gericht ausgehandelt hatten: Wenn die Stadt die Durchfahrt beschränke, erkläre sich der Anlieger bereit, seinen Teil der Straße als öffentliche Verkehrsfläche im Grundbuch auszuweisen. „Wir haben ihn mehrfach auf die Vereinbarung hingewiesen – wenn er seinen Teil nicht einlöst, machen wir das auch nicht“, stellt Bürgermeister Christian Springfeld klar. Die Konsequenz: Die Stadt hängte das Begrenzungsschild wieder ab.

Statt eines ebenfalls abgebauten abschließbaren Pollers stellte der Grundstückseigentümer eine Warnbake auf, um die Durchfahrt über sein Grundstück zu begrenzen.

„Wir haben leider noch keine neue Lösung gefunden“, bedauert Springfeld. Einen letzten Ausweg für das Problem gibt es allerdings noch für die Verwaltung. „Wenn wir uns nicht einigen können, müssen wir das Enteignungsschwert zücken und ein Enteignungsverfahren prüfen. Ich hoffe aber weiter, dass es nicht so weit kommen muss“, sagt Springfeld. Ordnungsamtschef Werner Mosch betont, dass die Stadt die Schilder ohne Einverständnis des Eigentümers abnehmen konnte.

Für die Anlieger bedeutet die Auseinandersetzung erst einmal, dass sie ihr Grundstück wieder per Auto erreichen können. Wie angespannt die Situation in der Straße ist, weiß auch Ortsbürgermeister Dieter Gonschorek: „Es ist einfach nur noch bedrückend.“ Die Kosten für den Schilderstreit schätzt Springfeld auf einen mittleren dreistelligen Wert – die Schilder werden nicht entsorgt, sondern wiederverwendet.



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