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Wurde Fritz Mensing bei Nienstedt gesehen? / Einheiten durchkämmen weitere Waldgebiete

Polizei weitet Suche nach Vermisstem aus

Springe. Bei der Suche nach dem seit Freitag vermissten Fritz Mensing hat die Springer Polizei gestern erneut ein Großaufgebot an Kräften mobilisiert. Zuvor hatte ein Zeuge berichtet, den 86-Jährigen in der Nähe des Nienstedter Passes gesehen zu haben.

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Autor:

Markus Richter

Aufgrund schwieriger Wetterbedingungen konnte der Polizeihubschrauber der niedersächsischen Phönix-Staffel nicht starten. Einsatzleiter Lutz Fricke trommelte daher die Kollegen der Verfügungseinheiten zusammen, 26 Männer und Frauen machten sich nach kurzer Lagebesprechung mit Karten ausgestattet auf ins Zielgebiet. Mit einem Dutzend Fahrzeugen suchten die Polizisten die Wege bei Nienstedt nahe Eimbeckhausen ab, die nördliche Grenze zogen sie beim Kammweg, der in höchster Lage am Annaturm entlangführt.

Hauptkommissar Joachim Eickmeyer erklärte, das Gebiet sei in Sektoren aufgeteilt worden. „Wenn wir den Elektro-Rollstuhl ohne den Vermissten finden, wird das Personal nicht reichen.“ Dann müsste wohl eine Hundertschaft den Wald durchkämmen und unter jedem Strauch nachsehen. Eickmeyer befürchtet, dass der Vermisste orientierungslos ist, sich verfahren hat oder Opfer eines Unfalls wurde – oder dass er sich aufgrund seiner familiären Umstände etwas angetan hat. Er spricht von einem „speziellen Verhältnis“ der Eheleute.

In diesem Zusammenhang suchte die Polizei auch nach einer Frau namens Angelika, die in einer Gaststätte arbeiten soll. Dieser Name sei im Streit gefallen, infolge dessen sich Fritz Mensing am Freitag um 14 Uhr vom Diakoniezentrum an der Jägerallee entfernt hatte. Erst am Montag wandte sich die offenbar ebenfalls leicht demente Ehefrau deshalb an den Pastor der Einrichtung, Markus Frank. „Es ist fatal, dass seine Frau nicht früher zu uns gekommen ist“, bedauert Frank.

Beamte des Springer Kommissariats fragten bei allen Restaurants und Cafés in Waldnähe nach: In einem Fall gibt es tatsächlich eine Frau namens Angelika – die bestritt jedoch, den Vermissten näher zu kennen. Einbezogen wurden auch die Kollegen der Polizei Bad Münder, die Gaststätten in ihrem Gebiet aufsuchten. Auch der Sohn des Ehepaares beteiligte sich an der Suche, er sagte, es gäbe kaum Verwandte oder Bekannte, bei denen sein Vater hätte untertauchen können.

Dem Diakoniezentrum ist kein Vorwurf zu machen: Das Rentnerpaar lebt in einem der Häuser für sogenanntes Service-Wohnen, kann dort selbstbestimmt ein- und ausgehen. „Die Bewohner können auch die Tür hinter sich zumachen, wenn sie niemanden sehen wollen“, erklärt Frank. Gesucht wurde der 86-Jährige auch in der Einrichtung, allerdings nicht in jedem Zimmer. Dafür gebe es keinen Anlass, betont Eickmeyer, schließlich habe Mensing dort kaum Kontakte.

Am Abend kehrte die Suchmannschaft ergebnislos zurück. Bereits am Montag hatte es wie berichtet einen größeren Einsatz gegeben, der sich über mehrere Stunden bis nach Mitternacht hinzog. 21 Helfer der hannoverschen Johanniter waren mit sechs Rettungshunden und vier Fahrzeugen beteiligt, dabei war auch die Ortsfeuerwehr Springe. Bei zeitweise kräftigem Schneefall galt es, insbesondere zwei Bereiche abzusuchen, in denen der Vermisste vermutet wurde.

Die Polizeiwache ist telefonisch unter 05041/9429-0 erreichbar.



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