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Einbrecher verliert seinen Personalausweis – und bringt die Ermittler auf eine heiße Spur

Polizei schnappt vorbestraften Serientäter

Springe (mari). So ungeschickt kann eigentlich nur ein Ersttäter sein. Der 23-jährige Bennigser, der am Wochenende ins St.-Andreas-Gemeindehaus eingebrochen ist und dabei seinen Personalausweis verloren hat, ist jedoch alles andere als ein Anfänger: Auf sein Konto gehen mindestens elf Einbrüche und vier Diebstähle – innerhalb eines Monats, immer im Stadtgebiet.

Auf das Konto des 23-Jährigen gehen mindestens elf Einbrüche und vier Diebstähle. Die Taten hat er im vergangenen Monat im Stadt

Springes Polizeichef Achim Bense und Hans-Jörg Fröbius, Leiter der Polizeistation Bennigsen, luden für gestern Nachmittag kurzfristig zur Pressekonferenz ein. Das, was sie mitzuteilen hatten, ist für Springer Verhältnisse nicht alltäglich: Die Beamten haben eine Einbruchserie aufgeklärt, die in den vergangenen Wochen in Bennigsen für Unruhe gesorgt hatte. Dabei half den Ermittlern auch Kommissar Zufall.

Die Küsterin der St.-Andreas-Gemeinde meldete sich am Sonnabend bei der Polizei, weil Unbekannte ins Gemeindehaus eingestiegen waren. Draußen hatte sie einen Personalausweis gefunden (NDZ berichtete). Das Dokument war auf einen 23-jährigen Bennigser ausgestellt, der einschlägig vorbestraft ist. Der Mann saß bereits wegen mehrerer Einbrüche und Diebstähle, wegen Körperverletzung und Drogenbesitzes, aber auch, weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hat, längere Zeit hinter Gittern. Seit Ende vergangenen Jahres ist er wieder auf freiem Fuß.

Die Polizei durchsuchte am Wochenende die Wohnung des 23-Jährigen. Der Verdächtige flüchtete durch eine Hintertür. Vor Ort trafen die Beamten aber die Freundin des Mannes und einen 18-jährigen Bekannten an.

Dieser Arbeitskollege, ein 18-Jähriger aus Eldagsen, kam am Montag zur Polizei und packte aus. Offenbar hatte er ein schlechtes Gewissen. Gestern fassten die Ermittler dann auch den 23-Jährigen.

Mittlerweile steht fest: Der Bennigser ist – teilweise zusammen mit dem Eldagsener, teilweise zusammen mit einem 26-Jährigen aus Hannover – für mindestens elf Einbrüche und vier Krad-Diebstähle im Stadtgebiet verantwortlich. In Bennigsen drangen die Täter ins Freibad, das FC-Vereinsheim, die Grundschule, zwei Gaststätten, den Kindergarten und Wohnhäuser ein, aber auch die evangelische Kirche und das Pfarrheim waren ihnen nicht heilig. Ihre Ziele in Gestorf: die Grundschule und die Verwaltungsaußenstelle.

In der Kernstadt Springe versuchten die Männer am vergangenen Wochenende einen Bauwagen zu knacken, schlugen die Tür zur Hauptschule ein und kletterten auf einer Mülltonne ins St.-Andreas-Gemeindehaus. Nach Angaben des Bennigsers und des Eldagsers kommen weitere Taten in Hüpede dazu.

„Das sah von Anfang an nach einer Serie aus“, sagt Fröbius. Die Täter machten meist nur ein paar Euro Beute. Der Sachschaden, den sie hinterließen, geht jedoch in die Tausende.

Der 23-Jährige ist Vater eines Kleinkindes. Er dürfte schon bald wieder im Gefängnis sitzen: Er ist nur auf Bewährung draußen.



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