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Politik stockt Kultur-Gelder auf - aber keiner will sie

SPRINGE. Fördergeld ist da – aber niemand will es haben. Woran es liegt, dass die Kulturschaffenden keinen Antrag auf Fördermittel bei der Stadt stellen, darüber kann Fachbereichsleiter Clemens Gebauer nur spekulieren.

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Entweder die Künstler trauen sich nicht – oder es gibt keine neuen und innovativen Projekte.
Dabei hatte die Kulturszene in Springe immer wieder die fehlende Unterstützung kritisiert. Wichtige Vertreter der Kultur warnten, den Bereich nicht kaputt zu sparen und forderten eine bessere Finanzierung der Springer Kulturlandschaft – es gäbe so viele Ideen. Die Politik hat sich die Kritik zu Herzen genommen und die Fördermittel auf 10 000 Euro aufgestockt, das Doppelte im Vergleich zu 2016.
Zum Hintergrund: 2013 wurde der Posten sogar auf die Sparliste bei der Verwaltung gesetzt, weil die Stadt jahrelang auf großen Teilen ihres Fördertopfes sitzen geblieben war. Als ein möglicher Grund wurde genannt, dass mit diesen sehr geringen Summen kaum ein Projekt alleine realisiert werden könne – der Aufwand und das geringe Geld am Ende hätte sich kaum gelohnt. Die Politik wollte mit einer höheren Summe – so die Idee – dazu beitragen, dass sich die Kulturschaffenden wieder um das Geld bemühen. Und: „Es sollte auch einen Anreiz schaffen, etwas besonderes auf die Beine zu stellen und etwas Neues anzustoßen“, sagt Gebauer.
Und jetzt? Jetzt liegt der Verwaltung kein einziger Antrag für die erhöhte Kunst- und Kulturförderung vor. Es ginge bei diesem Zuschuss aber nicht darum, neue Instrumente für eine Einrichtung anzuschaffen. „Es geht darum, ein innovatives, neues Projekt mit Leuchtturmfunktion zu fördern.“ Es habe zwar mehrere Gespräche mit Kulturschaffenden gebeben, zu einem formalen Antrag sei es aber nie gekommen. Nach den Sommerferien will die Verwaltung in die Offensive gehen und gezielt Künstler, Einrichtungen oder Vereine ansprechen. „Vielleicht muss es auch erst richtig ankommen, dass wir die Summe aufgestockt haben“, so Gebauer.
Wann aber werden Anträge erwartet, in welcher Form, gibt es Formulare – und wer kommt überhaupt für eine Förderung in Betracht? „Ich weiß es nicht“, sagt Hinrich Bergmeier, Chef des Kulturkreises. Das Problem: In der Stadt gäbe es noch keine Tradition der Förderung, mögliche Empfänger könnten verunsichert sein. „Das Vergabeverfahren muss überhaupt erst mal eingeführt werden.“
Als gutes Beispiel nennt er die Vergabe der Stiftung Kulturregion, die gezielt Kulturschaffende anschreibt und darin genaue Infos, wie etwa das Abgabedatum, aufführt. Gebauer betont: Eine Antragsstellung sei jederzeit möglich.
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