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Amtsgericht: Zechtour endet mit Schlägen und Randale / Polizeibeamte übel beleidigt

„Plötzlich hatte ich seine Faust im Gesicht“

Springe (zett). Der Tag begann mit einem gemütlichen Grillnachmittag – und endete mit Schlägen, mit Zerstörung, mit üblen Beleidigungen. Zwei Männer, die sich auf diese Weise stark alkoholisiert in der Springer Innenstadt austobten, waren gestern vor dem Amtsgericht angeklagt.

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Ruhig sitzen sie dort, verfolgen die Verhandlung gesittet; nur der eine erhebt gegen Ende mal seine Stimme. Ein starker Kontrast zu den Ereignissen der Nacht zum 1. Mai. An die sich die 29 und 30 Jahre alten Männer gestern nur noch bruchstückhaft erinnern wollen. Erst die Aussagen der Opfer und Zeugen bringen Licht ins Dunkel: Nach dem gemütlichen Grillen beschließen die beiden Angeklagten demnach, mit Freunden in eine Innenstadtkneipe zu gehen. Dort wird weiter gezecht; auf dem Tisch stehen Weinbrand und Cola. Fröhlich sei die Atmosphäre gewesen, erinnert sich später eine Zeugin.

Doch gegen 1.30 Uhr eskaliert die Situation aus heiterem Himmel: Der 29-jährige Springer kommt von der Toilette und steuert die Theke an. „Ich habe aus dem Augenwinkel gesehen, wie er mich angeschaut hat. Plötzlich hatte ich seine Faust im Gesicht“, erinnert sich der Wirt gestern. Ein Schlag ohne Vorwarnung, ohne Streit.

Es kommt zum Tumult; schließlich verlassen die beiden Angeklagten die Gaststätte. Eine Bedienung schließt die Tür ab und ruft die Polizei. Doch die beiden Betrunkenen wollen noch nicht nach Hause. „Nach fünf Minuten wurde es wieder laut draußen“, berichtet der Wirt. Die Männer machen sich an der Dekoration zu schaffen, treten danach immer wieder gegen die Tür – bis das Sicherheitsglas splittert. Dann suchen sie das Weite. Unterwegs begegnen ihnen die herbeigerufenen Polizeiwagen, deren Besatzung sie mit ausgestreckten Mittelfingern begrüßen. Bei der anschließenden Kontrolle werden sie deutlicher; wehren sich; müssen mit Handschellen fixiert werden. Beleidigungen fallen: „Bullenschweine“, „Bastarde“ und noch Übleres. Auf der Wache pusten beide Werte von knapp über 2 Promille. Vor Gericht kommen die Männer gestern mit Geldstrafen davon. Denn der 29-jährige Springer hatte sich bei seinem Opfer entschuldigt und war bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er zahlt 250 Euro. Sein 30-jähriger Zechkumpan aus Hannover muss 450 Euro zahlen – auch, weil sein Register schon 15 Vorstrafen zieren. Darunter auch eine Verurteilung wegen Beleidigung.



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