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Pläne für den Waldkindergarten in Lüdersen stehen

LÜDERSEN. In Springe, Bad Münder oder auch in Bredenbeck gibt es schon einen – jetzt soll auch Lüdersen einen Waldkindergarten bekommen. Seit März arbeiten Frauke Luyken, Julia Panknin und Ireen Hillmann an einem Konzept.

Die Eltern aus Lüdersen wollen am Wolfsberg einen Waldkindergarten einrichten. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Jetzt hat sich der Verein „Wurzeln schlagen“ gegründet, der die Trägerschaft für den Waldkindergarten übernehmen soll.

Ziel ist es, in der Einrichtung 15 Kinder in einer Gruppe zu betreuen, sagt Panknin. Bereits im kommenden Jahr soll der Kindergarten eröffnet werden. Auch ein mögliches Grundstück haben die Eltern mit Waldpädagoge Andreas Niesel schon ausgemacht: Die Einrichtung soll an einem Waldstück am Wolfsberg, in der Verlängerung des Linderter Weg, entstehen. Das Gelände sei optimal, hatte Niesel nach intensiver Begutachtung festgestellt. Er ist Berater des niedersächsischen Kultusministeriums. „Wir sind jetzt noch im Gespräch mit dem Waldbesitzer“, ergänzt Hillmann.

Ziel: Mehr Vielfalt in der Kita-Landschaft

Die Initiative, einen Waldkindergarten zu gründen, sei allerdings nicht aus der akuten Kita-Platznot entstanden, betonen die drei. Vielmehr sollten Eltern aus verschiedenen pädagogischen Konzepten und Trägern auswählen können. Und ein Waldkindergarten trage dazu bei, mehr Vielfalt zu schaffen, sind sich die Vereinsmitglieder einig. Und das Konzept scheint anzukommen: Es gibt bereits eine Liste mit interessierten Familien. „Das heißt, der Bedarf ist da.“

Dass die Nachfrage groß ist, zeige auch ein Blick in die Nachbarschaft. In Bredenbeck etwa startet jetzt im Sommer ein neuer Waldkindergarten. Weil die Einrichtung so viele Anfragen aus Lüdersen und dem gesamten Stadtgebiet hatte, schlossen sich kurzerhand einige Eltern zusammen, um selbst einen Kindergarten zu gründen. Dennoch wollen die Lüderser eng mit dem Trägerverein der Gemeinde Wennigsen, „Leben am Wald“, bei dem Aufbau kooperieren, kündigt Luyken an.

Mitinitiatorin Hillmann hat zudem die Gründung in Bredenbeck mitbegleitet und so Erfahrungen für den Aufbau in Lüdersen gesammelt. Zudem wird der Verein während der Gründungsphase und später auch während des Betriebs von der Kinderladeninitiative Hannover beraten. Ein enger Austausch mit den Einrichtungen in der Region, etwa in Bad Münder, ist ebenfalls geplant.

Eine Sturmunterkunft muss zur Verfügung gestellt werden

Konkret soll ein Unterstandswagen aufgestellt werden – also ein beheizbarer Raum mit Toiletten. Auch eine Sturmunterkunft muss zur Verfügung gestellt werden, sodass die 15 Kinder und die zwei pädagogischen Fachkräfte bei sehr schlechtem Wetter noch in einem Raum unterkommen können. Damit die Einrichtung tatsächlich zum August 2019 an den Start gehen kann, sei der Verein auf finanzielle Unterstützung der Stadt angewiesen. Auch wenn die Trägerschaft ein gemeinnütziger Verein innehat, soll es trotzdem eine öffentlich geförderte und keine private Tagesstätte werden. „Wir haben einen engen Kontakt mit Frau Kahle vom Fachbereich für Bildung und Soziales.“ Die Stadt unterstütze das Projekt, freut sich der Vorstand.

Immerhin könne der derzeit hohe Bedarf an Kita-Plätzen mit einer zusätzlichen Kindergartengruppe schnell gedeckt werden. Die Beschaffung eines Bauwagens etwa dauere gerade einmal drei Monate. Auch über die Öffnungszeiten hat sich der Trägerverein bereits Gedanken gemacht: Kinder ab drei Jahren sollen 25 Stunden wöchentlich von Montag bis Freitag, 8 bis 13 Uhr, betreut werden. Das sei auch die rechtliche Vorgabe des Landes. Weil aber die Nachfrage nach längeren Betreuungszeiten hoch sei, versucht der Verein, in Kombination mit einer Großtagespflegestelle eine Betreuung bis 15 Uhr anzubieten. „Dafür suchen wir noch nach Kooperationspartnern, Tagesmüttern und Räumen.“

Die Kinder sollen sich in der Natur frei bewegen können

Neben den organisatorischen Fragen liegt den drei vor allem das Konzept am Herzen: „Für Kinder ist die Erfahrung Wald wichtig und dafür nehmen wir die Arbeit und die vielen Stunden der Planung gerne in Kauf.“ Die Kinder sollen sich in der Natur frei bewegen können, den Wald entdecken und erforschen. Ziel sei es, die Jüngsten für den Lebensraum zu begeistern und sie zu ermutigen, sich ihren Lernraum selbst zu erobern. Spielzeug soll es daher nicht geben. „Wir wollen gleichzeitig gute Bedingungen für Erzieher schaffen gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, und wünschen uns daher Erzieher, die von unserem Konzept überzeugt sind und jetzt noch Inhalte mitgestalten können.“

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