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SPD-Ortsverein: Kampf um Landtagskandidatur hat ein Nachspiel – Buckup schmeißt hin

Parteivize erklärt verärgert seinen Rücktritt

Springe (mf). Nach seiner parteiinternen Niederlage bei der Abstimmung über die Landtagskandidatur hat Michael Buckup jetzt die Konsequenzen gezogen: Der 59-Jährige ist mit sofortiger Wirkung als stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins zurückgetreten.


Buckup ist nicht nur enttäuscht übers sein mageres Wahlergebnis, er ist nachhaltig verärgert. „Zwischen mir und anderen Teilen des Ortsvereins gibt es offenbar grundsätzlich andere Vorstellungen von Politik“, begründet er seinen Schritt.

Der kommt indes nicht völlig überraschend: Der Partei-Vize hatte bereits vor der Aufstellungsversammlung am Freitagabend in Gestorf angekündigt, seine Mitarbeit im Ortsverein zu beenden, falls ihm die Unterstützung bei der Abstimmung versagt würde. Wie berichtet, wurde dann nicht Buckup nominiert – und auch nicht die ebenfalls angetretene Fraktionschefin Katrin Kreipe – sondern mit großer Mehrheit der Alvesröder Rudolf Bennecke.

Buckup und die Springer Partei – das war von Beginn an ein schwieriges Verhältnis. Schon bei der Landtagswahl 2008 hatte die eigene Basis den erst kurz zuvor nach Lüdersen gezogenen Genossen ausgebremst. Richtig warm wurden beide Seiten auch später nicht, obwohl Buckup nicht nur einen Großteil des jüngsten Kommunalwahlkampfes für die Partei organisiert hatte, sondern auch beim Thema IGS treibende Kraft war.

Und auch dass er durch seine jahrelange Arbeit in verschiedenen Regierungsbehörden in Hannover unbestritten gut vernetzt ist, hat Buckup nicht geholfen. In der Aussprache am Freitagabend machten mehrere Genossen deutlich, dass sie sich lieber einen Springer Kandidaten wünschen, der mit einem hohen Bekanntheitsgrad aufwarten kann. Übel genommen wurde Buckup auch seine frühzeitige Bewerbung Anfang Dezember, die von einigen als Vorpreschen ausgelegt wurde.

Der Konflikt gipfelte in einer weiteren Niederlage: Buckup wurde nicht nur bei der Landtagskandidatur abgewatscht, sondern auch bei der Wahl für eine Delegiertenversammlung, wo er nur 30 von 70 Stimmen erhielt.

Das müsse er sich nicht länger antun, ließ der 59-Jährige daraufhin Parteifreunde wissen. Per E-Mail teilte er Ortsvereinschef Eberhard Brezski am Sonntag seinen Rücktritt mit. Den stellvertretenden Abteilungsvorsitz in Lüdersen will er behalten, ebenso seinen Sitz im Ortsrat.

Brezski reagierte gestern spürbar betroffen: „Ich finde die Entscheidung sehr schade. Nach so einer Niederlage kann ich das aber emotional gut nachvollziehen.“

Brezski glaubt nicht, dass das Wahlergebnis ein Votum gegen Buckup war, sondern eines für Bennecke. Dieser genieße aufgrund seiner langjährigen Führungsarbeit in der Feuerwehr „eine extrem hohe Popularität“ und habe schon mit seinem guten Abschneiden bei der Regionswahl bewiesen, dass er viele Stimmen holen könne. Das sei für viele Parteimitglieder wohl entscheidend gewesen.

Ein Nachfolger für Buckup soll voraussichtlich in der turnusmäßigen Mitgliederversammlung im April bestimmt werden.

Enttäuscht über ihre Niederlage zeigte sich auch die Fraktionsvorsitzende Katrin Kreipe, wie sie offen einräumte. Offenbar habe Bennecke bei seiner Vorstellung „den Nerv der Partei“ am ehesten getroffen. Nun gelte es, ihn gemeinsam zu unterstützen, damit er auch in den übrigen Ortsverbänden des Wahlkreises das Rennen macht.



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