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Paarungszeit: Jäger warnen Autofahrer vor Wildtieren

SPRINGE. Ab Mitte Juli schwebt das heimische Rehwild wieder im siebten Himmel. Dabei vergessen die Tiere oft jede Vorsicht und es kommt häufiger zu Wildunfällen.

Obacht: Der Rehe wegen sollten Autofahrer sich ans Tempolimit halten.Foto: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Die Jägerschaft mahnt deshalb zur Vorsicht, gerade auf Straßen in Waldnähe, wie etwa die durch den Saupark.

„Besonders groß ist die Gefahr an heißen Tagen, dann werden die Tiere richtig aktiv“, sagt Sabine Warnsmann, Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit bei der Jägerschaft Springe. Und rät Autofahrern deshalb, auf Straßen, die durch Waldgebiete wie etwa den Saupark führen, besonders vorsichtig und langsam zu fahren.

Laut dem Jäger-Nachrichtendienst „Outfox-World“ verenden jährlich mehr als 200 000 Rehe im Verkehr auf Deutschlands Straßen. Keine andere Schalenwildart ist demnach derart häufig betroffen. Die Gefahr von Wildunfällen mit dieser Tierart wird laut einer Studie von Autofahrern aber häufig unterschätzt.

Den Eindruck bestätigt auch Warnsmann. Sollte es dann doch zu einer Wild-Kollision kommen, rät sie Autofahrern unbedingt dazu, die Polizei zu verständigen – nicht nur, weil die der Versicherung den Schaden bestätigen könne, sondern auch weil die Beamten den zuständigen Jäger kennen und kontaktieren. Und nur der wisse, wie mit dem verunfallten Tier zu verfahren sei. Schlimmstenfalls erlöse er das verletzte Wild mit einem Schuss von seinen Leiden.

Warnsmann rät Autofahrern dieser Tage generell zur Vorsicht: Denn nicht nur im Wald bestehe derzeit eine erhöhte Gefahr von Wildunfällen, sondern auch in Feld und Flur seien Rehe und Co. dieser Tage besonders aktiv. „Durch die abgemähten Felder werden die Tiere aufgeschreckt und sind oft orientierungslos“, weiß sie.

Joachim Hansmann , der Pressesprecher des Forstamtes Saupark, rät Autofahrern, das Lenkrad fest zu umklammern, sollte eine Kollision mit Wild unausweichlich sein. „Wer versucht auszuweichen, riskiert einen Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr oder mit einem Baum, das ist gefährlicher“, sagt der Experte. Deshalb rät er dazu, das Lenkrad fest zu umklammern, weil das Gewicht des Tieres dazu führen könne, dass das Auto zur Seite zieht.

Wenn ein Reh in einiger Distanz auf die Straße tritt, ist folgendes Vorgehen sinnvoll: Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden. Wenn ein einzelnes Reh über die Straße läuft, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass ein weiteres Tier folgen wird. „Die Ricken werden von den Böcken gejagt“, erläutert Hansmann das Paarungsverhalten der Tiere während der Blattzeit.

Hansmann erläutert außerdem, dass die Wild-Gefahr während der Paarungszeit zu jeder Tages- und Nachtzeit hoch ist. Und warnt Autofahrer davor, angefahrenes Wild nach einem Unfall einfach in den Kofferraum zu packen und daraus den Sonntagsbraten zuzubereiten: „Das ist Wilderei.“ In jedem Fall sei deshalb das Revier zu verständigen. Die Jäger könnten auch eine Nachsuche organisieren, sollte das verletzte Tier den Unfallort verlassen haben. Nur so könne es von seinen Leiden befreit werden.



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