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Online-Melder der Stadt Springe: 456 Mängel in 14 Monaten

SPRINGE. Wer den Online-Mängelmelder anklickt, könnte glauben, in Springe gibt es nur wenig zu meckern. Das stimmt nicht ganz. „Wir stellen bei Weitem nicht alles online, was uns erreicht“, macht die zuständige Verwaltungskraft Petra Hamann klar. Bearbeitet werden aber alle Anliegen, die auf ihrem Computer eingehen.

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Autor:

JANA GRUBE

Seit Einführung des Systems am 2. Mai des vergangenen Jahres sind insgesamt 456 Meldungen eingegangen. Darunter tummeln sich – zum Leidwesen der Stadt – auch zahlreiche Nachbarschaftsquerelen.

In diesem Jahr sind bis jetzt 144 Beschwerden aufgelaufen. In den acht Monaten 2016 waren es 312. Das macht summa summarum durchschnittlich 32 Mängelschreiben pro Monat, im Schnitt eines täglich – und damit erheblich mehr als der Anregungs- und Beschwerdeausschuss seinerzeit bearbeitet.

Das Aufkommen sei saisonabhängig, differenziert Hamann: „Im Frühjahr war viel, da habe ich jeden Tag mehrere Meldungen bekommen.“ Auch der Herbst mit seinem Laubfall habe die Kritiker vermehrt auf den Plan gerufen. Und im Moment? Sommerloch. „Es ist ruhig“, sagt die Verwaltungsangestellte.

Schwerpunktmäßig liegen die Eingänge im Zuständigkeitsbereich des Tiefbauamtes und des Fachdienstes für Ordnung und Verkehr. Laut Hamann geht es zum Beispiel um Grünschnitt, Straßenschäden oder kaputte Bürgersteige. Das Ordnungsamt jedoch wird vor allem mit Hinweisen konfrontiert, die einen denunzierenden Charakter haben: Bürger melden Mitmenschen, deren Autos im eingeschränkten Halteverbot stehen oder die Parkzeit überschreiten. „Es ist schade, dass der Mängelmelder für solche Sachen genutzt wird“, bedauert Hamann. Denn auch solche Anliegen müsse sie zur Bearbeitung weiterleiten. Ein zuständiger Kollege fährt los, ob er den Falschparker antrifft, ist Glückssache. Eine solche Anmerkung hatte es übrigens als erste Meldung in das Beschwerdesystem geschafft, zwei Tage nach der Freischaltung. Auch defekte Straßenbeleuchtung sei eine vielfach genannte Kritik. Die werde jedoch direkt an die Stadtwerke weitergeleitet, die für den Austausch der Lampen verantwortlich sind.

Arbeit, die nicht sein muss, bescheren angezeigte nachbarschaftliche Streitigkeiten der Stadt. Denn die kann da nichts ausrichten. „Das ist Nachbarschaftsrecht, da haben wir nichts zu suchen“, sagt Ordnungsamtsleiter Werner Mosch. „Das wäre sogar rechtswidrig.“

Was die Verwaltung macht: Sie verweist den Melder im Sinne einer friedlichen Schlichtung zum Beispiel ans Schiedsamt. Anders sieht es aus, wenn öffentliche Flächen wie Gehwege von wuchernden Hecken betroffen sind. „Dann ist die Stadt der Nachbar und greift ein“, so Mosch.

Nicht beziffern lässt sich Hamann zufolge die durchschnittliche Bearbeitungszeit. „Das ist unterschiedlich“, sagt sie. „Das eine geht schnell, das andere dauert länger.“ Eine Statistik gebe es nicht. Und warum nur Ausgewähltes online lande, habe datenschutzrechtliche Gründe. Zudem lösche sie abgeschlossene Punkte nach einer gewissen Zeit wieder aus dem Internetportal.



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