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OHG Springe schließt acht Klassenräume

SPRINGE. Gerade erst hatte OHG-Leiterin Kerstin Prietzel Alarm geschlagen: Die Bauarbeiten an den maroden Kunsträumen stocken, behindern den Unterrichtsbetrieb – von einer „Bruchbude“ sprach die Pädagogin mit Blick auf den Gesamtzustand der Schule. Am Mittwoch hat sich die Lage am Gymnasium noch einmal verschärft.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Acht Klassenräume sind ab sofort geschlossen. Grund: Sorgen um die Gesundheit von Lehrern und Schülern.

Konkret geht es um den sogenannten Bunker, ein baufälliges Provisorium, das inzwischen zum Schulalltag gehört. Und sich unbestritten in einem schlimmen Zustand befindet: schlecht gedämmt, Löcher in der Decke, kaputte Fenster und schlechtes Licht beklagte Prietzel schon bei einem Ortstermin im Februar.

Dass sie am Mittwoch die Notbremse zog, sei auf zunehmende Beschwerden von Lehrern und Schülern zurückzuführen: Die hätten wegen eines nicht näher zu identifizierenden „stechenden Geruchs“ zunehmend über Kopfschmerzen geklagt: „Ich konnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dort nicht zu handeln“, so Prietzel gestern.

Die Konsequenzen seien durch ein ohnehin knapp bemessenes Raumangebot im Schulalltag sofort spürbar: Unter den gesperrten acht Räumen befinden sich auch fünf Klassenräume des siebten Jahrgangs. Dessen Schüler müssten jetzt erst einmal „durchs Schulgebäude ziehen“ und verschiedene freie Räume nutzen, bis es eine Lösung gebe, sagt Prietzel. Die Schulleiterin hat gestern auch die Landesschulbehörde eingeschaltet, die sich um Dinge wie Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen der Lehrer kümmert.

Auf diesem Wege hofft sie auf Argumente, um die Stadt zum schnellen Handeln zu bewegen – etwa durch die kurzfristige Bereitstellung von Containern.

Dauert alles länger, solle statt des siebten zunächst der zehnte Jahrgang im Gebäude „auf Wanderschaft“ gehen: Die älteren Schüler, so die Überlegung, kämen mit der Belastung etwas besser zurecht. Dass eine Renovierung des Bunkers die Lösung der Probleme bietet, zweifelt Prietzel an: „Aus meiner Sicht ist jeder Cent, den man da noch reinsteckt, verschwendet.“

Auch den Schulelternrat informierte Prietzel bereits über die aktuelle Lage. Man befinde sich im Austausch miteinander: „Die Eltern verfolgen hellwach, was jetzt passiert.“

Zuständig für die Gebäude ist die Stadt als Schulträger: Dort reagierte Bürgermeister Christian Springfeld gestern überrascht: „Ich frage mich, was die Landesschulbehörde herausfinden soll, das wir nicht schon aus eigenen Gutachten wissen.“ Verwunderlich sei für ihn auch, wie relativ einfach die Schule trotz der beklagten Platznot nun auf acht Räume verzichten könne: „Das spricht dafür, dass wir die systematische Untersuchung der Raumverteilung noch intensiver vorantreiben.“ Menschlich sei das Eingreifen Prietzels zu verstehen – etwa mit Blick auf den Druck von Eltern oder Lehrern: „Dass die Räume schlecht sind, debattiert ja niemand.“ Trotzdem seien die Umstände nun genauer zu klären.

Schon vor einigen Tagen hatte sich Prietzel an den Schulausschuss gewandt, die massiven Einschränkungen durch die Baufälligkeit des Gebäudes beklagt. Auch die Absprachen über tatsächliche Arbeiten sei verbesserungswürdig. Von einer akuten Mängelliste seien zuletzt gerade 20 Prozent abgearbeitet worden.



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