weather-image
14°

OHG: Keine schnelle Lösung in Sicht

SPRINGE. Die Stadt hält an ihrer Kritik fest: Die Schließung des „Bunker“-Gebäudes am Otto-Hahn-Gymnasium mit acht Unterrichtsräumen sei unnötig. Trotzdem wolle man nun gemeinsam mit der Schule an einer Lösung arbeiten – ohne einen Schnellschuss.

270_0900_63519_OHG.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Bürgermeister Christian Springfeld und OHG-Leiterin Kerstin Prietzel trafen sich Freitagnachmittag zum Gespräch.

Wie berichtet, hatte Prietzel in dieser Woche überraschend den teils maroden Bunker für den Unterricht sperren lassen – und damit auch die Klassenzimmer des siebten Jahrgangs. Als Grund gab sie gesundheitliche Gefährdungen von Schülern und Lehrern an; diese hätten über Kopfschmerzen geklagt.

Springfeld betonte am Freitag, er bedaure diesen Schritt, der ohne Absprache mit der Stadt erfolgt sei. Für die Schließung habe es „keine Veranlassung“ gegeben: wiederholt durchgeführte Untersuchungen zu Schadstoff- und Schimmelbelastungen hätten keinen Befund ergeben. Zuletzt sei der Bunker im März 2017 auf Schadstoffe geprüft worden.

Trotzdem nehme man die entstandenen Einschränkungen für Schüler und Lehrer ernst: Die Schulleitung solle noch intensiver durch ein bereits aktives externes Planungsbüro beraten werden. Auch in Sachen „Raumoptimierung“ biete man Prietzel Unterstützung an: Springfeld hatte sich schon in einer ersten Stellungnahme erstaunt darüber gezeigt, dass das OHG trotz einer vermeintlichen knappen Platzsituation acht weitere Räume entbehren könne. Es gelte nun, Zustand und Struktur des gesamten Schulzentrums zu untersuchen: „Insellösungen helfen hier nicht.“ Was danach passieren soll, müsse mit der Schulleitung koordiniert werden. „Wir nehmen das Wohl der Schülerschaft sehr ernst“, sagt Springfeld.

Mit Blick auf die Probleme auf der Baustelle im Kunsttrakt, bei dem die Schule Stillstand und fehlende Information beklagt hatte, räumt die Stadt Fehler ein: Die „bislang erfolgte Kommunikation“ sei „nicht ausreichend angekommen“. Man werde hier nachbessern. Auch die Einrichtung der Baustelle selbst sei schlecht gewesen, sagt Springfeld. Möbel und technische Geräte seien unzureichend gesichert worden: „Das geht auf eine Kuhhaut, was da passiert ist.“ Die vor den Sommerferien begonnenen Arbeiten seien voraussichtlich Anfang Dezember beendet: Man habe vor den Ferien wegen statischer Probleme ein neues Konzept entwickeln müssen: Neue Fassadenelemente könnten demnach erst am 18. September installiert werden. Insgesamt kostet die Maßnahme demnach 850 000 Euro.

Die Schulleitung habe man „in der gesamten Zeit regelmäßig mündlich informiert“ – außer in den letzten beiden Sommerferienwochen, in denen diese „so nicht erreichbar“ gewesen sei. Dach und Fassade der Bibliothek, in die es zwischenzeitlich reingeregnet hatte, würden parallel zum Kunsttrakt saniert.

In der Antwort auf einen Fragenkatalog von FDP-Ratsherr Matthias Lenz zum Otto-Hahn-Gymnasium erklärt die Stadt auch, die Sanierung der Schule mit drei Mitarbeitern zu begleiten – während am Um- und Neubau der Integrierten Gesamtschule nur zwei Mitarbeiter beschäftigt seien. An einer genauen Überprüfung der zu Jahresbeginn erstellen Mängelliste werde noch gearbeitet. In diesem und im kommenden Jahr sollen die Dächer saniert werden; erst ab 2020 geht es mit der Fassadendämmung weiter.

Springfeld betont, es gehe ihm nicht mehr darum, was wo falsch gelaufen sei: „Schule und Stadt arbeiten nicht gegeneinander. Wir wollen die Sache jetzt in geordnete Bahnen lenken.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt