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Ohebach bei Holtensen: Raus mit dem Totholz

HOLTENSEN. Langsam fahren, darauf lässt Heinrich Freimann sich ein. Dinge aufschieben ist nicht seine Art. Und so hat er es geschafft, doch noch eine Erlaubnis zu erwirken für etwas, das eigentlich nicht geht: Totholz aus einem streng geschützten Biotop zu entnehmen – aus dem oberen Teil des Ohebachs.

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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

„Das mache ich jetzt einmal im Jahr für die Allgemeinheit“, sagt der Ortsbürgermeister von Holtensen, der auch ein persönliches Interesse an dieser Maßnahme hat. Denn als erstes überschwemmt das Dorfgewässer im Falle des Falles seinen Acker, dann erst drückt die Feuchtigkeit in Hauswände.

Im Juli war genau das geschehen. Noch während die Feuerwehren in Eldagsen einen Keller nach dem anderen auspumpten, griff Freimann von Holtensen aus zum Telefon und bat Vertreter der zuständigen Behörden mit Nachdruck um eine Ortsbegehung in Gummistiefeln.

Der übervolle Ohebach sollte so auch in Hannover gewissen Veränderungswillen in Fluss bringen. Nach erster Bestandsaufnahme und erneuter Begehung haben die Holtenser jetzt etwas mehr Freiraum. Dass nicht mehr dabei herausspringen würde, etwa ein Ausbaggern des Baches, sei ihm vorher klar gewesen, so Freimann. Eine weitere Möglichkeit, die Fließgeschwindigkeit des Baches zu beeinflussen, ist das bereits festgelegte einseitige Abmähen von Schilfrohren an anderer Stelle. Dafür ist der Leineverband zuständig. In diesem Jahr waren dessen Mitarbeiter aufgrund zahlreicher Aufträge aber schlichtweg spät dran. Statt im Juni oder Juli erledigten sie die Arbeiten in Holtensen erst im November und damit zu spät, um die Folgen der ungünstigen Wetterlage abzumildern.

„Das war das erste Jahr, in dem es nicht geklappt hat“, zeigt Freimann Verständnis und ist zuversichtlich, dass es 2018 besser klappt. In der Zwischenzeit ist viel Wasser den Ohebach hinuntergeflossen. Ein bisschen was davon leider in den Keller unter Krippe und Dorfgemeinschaftshaus. Das jedoch hatte gänzlich andere Gründe: Ein paar Holtenser Kinder hatten ebenso geschickt wie unbemerkt einen Steg über den Ohebach gebaut. Das Wasser staute sich und sorgte für eine feuchte Überraschung. Darüber allerdings kann Freimann sehr gut schmunzeln. „Kinder eben.“



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