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Octapharma will weiter in den Springer Standort investieren

SPRINGE. Die Botschaft ist klar: Octapharma will wachsen. Das mittelständische Pharmaunternehmen will dazu in den kommenden zwei Jahren nicht nur die Verarbeitung von Humanplasma auf 3,6 Millionen Liter steigern, sondern auch neue Produktionslinien schaffen.

Foto: Archiv/Mischer
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Konkret geht es bei den neuen Projekten um die Herstellung von Arzneimitteln für die Intensivmedizin und Immuntherapie. „Es soll ein Produkt entstehen, das nach derzeitigem Stand der Technik weder ersetzt noch abgelöst werden kann. Damit bleiben wir in Springe zukunftsfähig“, erklärt Geschäftsführer Dr. Karl Leitner.

Obwohl in Springe die Prozesszeiten vergleichsweise kurz sind, arbeitet das Unternehmen weiter daran, noch effizienter zu produzieren. Denn: „Die Plasmabranche ist im Wandel, wir stehen vor neuen Herausforderungen“, sagt Leitner. Alle großen Produkthersteller würden derzeit expandieren – in den kommenden Jahren wird sich der Konkurrenzkampf auf dem Markt erhöhen, prognostiziert Leitner.

„Umso wichtiger ist es, unsere Kosten unter Kontrolle zu halten, effizient zu produzieren und unsere Prozesse im Griff zu haben, nur dann können wir wettbewerbsfähig sein.“ Heißt: kurze Prozesszeiten, hohe Ausbeute. „In Springe werden wir dafür große Anstrengungen unternehmen, der Weg wird nie zu Ende sein.“

Um das neue Produkt, ein Immunglobulin, auf den Markt bringen zu können, soll nicht nur ein neues Multifunktionsgebäude gebaut werden, es sollen auch weitere Mitarbeiter eingestellt werden. „Wir werden noch weiter wachsen.“

Die sogenannte Basisfraktionierung soll verdoppelt werden, damit wird der Produktionsstandort Springe über die größte Kapazität zur Plasmaverarbeitung in der Octapharma-Gruppe verfügen. Derzeit bauen Fachleute die neuen Anlagen ein, das kann bis Mitte des Jahres dauern. Dann werden die Mitarbeiter für die Inbetriebnahme geschult. „Nur für Springe wird ein dreistelliger Millionenbetrag investiert.“

Mit einer neuen Linie des bestehenden Produkts, ein Albumin, will Octapharma ebenfalls wachsen und die neue Abfülllinie in Betrieb nehmen. „Das Besondere bei uns ist, dass Mitarbeiter bei der Abfüllung vollständig vom Produkt getrennt sind. Das heißt, es kann keine mikrobiologische Kontamination geben.“ Abgeschlossen werden soll das Albumin-Projekt noch in diesem Jahr. „Das ist ein großer Sprung vorwärts für Springe.“

Mit den Erweiterungsplänen wachsen aber auch die infrastrukturellen Probleme. Octapharma verbraucht so viel Wasser wie die gesamte Stadt Springe zusammen. Auch beim Abwasser stoße man an Grenzen. In der Diskussion ist ebenfalls ein eigenes Umspannwerk. „Ein kurzer Stromausfall von Millisekunden bedeutet für uns erhebliche Probleme bei der Anlagensteuerung. Bei den neuen Anlagen, die gerade eingebaut werden, ist die Steuerung noch empfindlicher.“

Dennoch: Der Kontakt zur Stadtverwaltung sei gut. „Es gibt auf beiden Seiten ein aktives Interesse, sich gegenseitig zu unterstützen. Das ist viel wert und auch eine große Chance, dennoch gibt es hinsichtlich der Infrastruktur auf beiden Seiten noch viel zu tun.“

Ein weiteres Problem sei aber die Rekrutierung von fachlich qualifiziertem Personal. In Springe gestalte sich das schwieriger als an anderen Standorten. Um den Standortausbau weiter voran zu treiben, suche das Unternehmen primär nach Fachkräften aus den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und IT. Das Unternehmen bleibe auf Wachstumskurs.

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