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OHG: Rektor will kruzifixfreie Schule behalten / Was ein Pastor und eine Politikerin sagen

„Nur bei der Burka, da hört es auf“

Springe (zett). Das Otto-Hahn-Gymnasium ist eine kruzifixfreie Zone – und soll es nach dem Willen von Schulleiter Carl-Clemens Andresen auch bleiben: „Es sei denn, die Eltern würden sich die Kreuze wünschen. Aber wenn sich einer gestört fühlt, dann verbiete ich das.“ Am Tag der Vereidigung von Sozialministerin Aygül Özkan war Andresen gestern nicht der einzige in Springe, der sich Gedanken zum Thema Religion und Schule machte.


Klaus Fröhlich, Pastor bei St. Andreas, versteht die Aufregung um Özkans Äußerungen nicht: „Schulen sind weltanschaulich neutral“, sagt er. In Springe selbst sieht Fröhlich ein positives Verhältnis der Schulen zu Religion – auch zu Schülern muslimischen Glaubens: „Die Schulen versuchen, auf die Interessen dieser Kinder und Jugendlichen einzugehen. Sie müssen sich nicht an Veranstaltungen der christlichen Kirchen beteiligen – aber sie sind herzlich eingeladen“. Der gemeinsame Einschulungsgottesdienst könne beispielsweise unabhängig von der religiösen Bedeutung ein wichtiges gemeinsames Ritual sein.

Den Religionsunterricht an den Springer Schulen versteht Fröhlich hauptsächlich als Ethik-Stunde: „Die Lehrer machen ja nicht wie wir einen Konfirmandenunterricht. In der Schule wird nicht die Religiosität der Kinder bewertet, sondern ihr Verständnis, ihre Unterrichtsleistung.“ Dort würden auch bewusst der Islam und der Buddhismus thematisiert: „Niemand betreibt da eine Mission“, betont Fröhlich. Genau das will Andresen auch am OHG verhindern – mit der Regel, dass Lehrer weltanschaulich neutral sein müssen – „mit null Toleranz“ in Sachen Kopftuch. Was wäre aber mit einem katholischen Priester, der im Gewand unterrichten wollte? Andresen zögert: „Wenn es keinen stört“, sagt er dann: „Aber das käme auch darauf an, ob er im Religionsunterricht aktiv ist oder in anderen Fächern.“

Bei Schülern seien etwa Kopftücher dagegen kein Problem: „Nur bei der Burka hört es auf. Aus pädagogischen Gründen braucht man schließlich zu jedem Schüler auch ein Gesicht“, verlangt Andresen.

Die heimische CDU-Abgeordnete Maria Flachsbarth, kirchenpolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion, betonte, die Werte des Grundgesetzbasierten „unmittelbar auf christlich-jüdischen Werten“. Bei dem Kreuz handele es sich nicht nur um „ein kulturelles Symbol“, es habe auch seinen selbstverständlichen Platz in unserer Öffentlichkeit. Sie hofft jetzt auf die Gelegenheit, mit Özkan ins Gespräch zu kommen.



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