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Neues Springe-Lied: Die Ersten üben schon

SPRINGE. „Ein Lied für Springe“, so die Idee von Bürgermeister Christian Springfeld. „Da habe ich mich eingebracht und aus dem Lied für Springe sogar ein Lied für die Region gemacht“, sagt der Völksener Hubert Klimke. „Über den Deister geh´n“, so die Titelzeile seines mit einer eingängigen Melodie versehenen Liedes.

Hubert Klimke feilt mit Musiker und Chorleiter Lars Karrasch an seinem Song. FOTO: HUPPERT

Autor

Christoph Huppert Reporter

Klimke hat den Deister-Song mit Chorleiter Lars Karrasch, dem Schlagzeuger Ulrich Schmöe und 13 Aktiven des Eldagser Männergesangvereins von 1862 eingeübt. „Der Anfang ist langsam und schleppend“, mahnt Klimke die älteren Herren, die um den langen Tisch im Eldagser Berggasthaus herumsitzen. „Das Schicksal der jungen Calenberger war nicht fröhlich und lustig, erst der zweite Teil des Liedes wird dann beschwingter.“ Klimkes Text greift zurück auf ein trauriges Kapitel der Geschichte des Calenberger Landes. „Es soll an die vielen jungen Männer erinnern, die zur Zeit des Siebenjährigen Krieges aus wirtschaftlicher Not ‚über den Deister‘ gingen“, so der pensionierte Pädagoge. Auf dem Kammweg begann damals kurhessisches Territorium. Doch statt des erhofften besseren Lebens fielen die, die über den Deister gingen, in die Fänge hessischer Soldatenwerber und fanden sich nach einer Fahrt weserabwärts nach Bremen als in englische Dienste gepresste Söldner in aller Welt wieder. „Hessen hatte sich verpflichtet ein Heer von 15 bis 20000 Soldaten zu stellen. Eine lukrative Einnahmequelle für die hessischen Fürsten, die das Geld am Kasseler Hof verprassten“, erklärt Klimke. Viele der jungen Männer, die bis nach Amerika verfrachtet wurden, um dort gegen Franzosen und Indianer zu kämpfen, sahen den Deister nie wieder.

„Als Vertriebener aus Schlesien habe ich zu dieser Geschichte eine besondere Bindung. Ich habe Jahrzehnte gebraucht, um hier heimisch zu werden, aber nun bin ich es. Und Calenberg ist ein herrliches Land.“

So steigert sich Klimkes Heimatlied, das am 7. Mai, dem Tag der Vereine, uraufgeführt werden wird, dann auch zu einem Lobgesang auf Landschaft und Menschen. „Da sind die herrlichen Wälder in denen Könige und Kaiser jagten“, schwärmt Klimke, „da waren der Kohlebergbau, die Rapsfelder, die Menschen mit fröhlichem Herzen.“

Wo die Quelle noch sprudelt und rinnt / wie schön, dass wir hier zuhause sind, steht in Klimkes Refrain.

„Gebt stimmlich alles“, fordert Klimke nach einigen Probedurchgängen von seinen Sängern. Mit dem Chorleiter Lars Karrasch gelingt es tatsächlich, innerhalb kurzer Zeit aus Text und Melodie ein ergreifendes Heimatlied zu formen. „Ob das ein Lied für Springe wird, oder gar für unsere ganze Region, das müssen wir abwarten“, dämpft Klimke übergroße Erwartungen. Drei Gesangsgruppen, dabei auch die „Hallerschipper“ und eine Gruppe um Uwe Thiel, werden ihre Lieder vorstellen.

„Nein, kein Gesangswettbewerb, aber die Bürger der Region sollen entscheiden. Eine aufregende Sache“, so Klimke über seine allererste Komposition.

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