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Wittenburger Klosterberg ist verkauft: Stiftung und Verein wollen Natur und Tourismus vereinen

Neue Ära zwischen alten Mauern und Bäumen

Wittenburg. Es ist ein geschichtsträchtiger, ein wertvoller, ein imposanter Platz: Der Klosterberg in Wittenburg diente früher dem Schutz vor Feinden, vor denen man sich in der „Weißen Burg“ sicher fühlte. Jetzt sind 1,3 Hektar des Höhenrückens auf der Finie verkauft worden – um dieses wunderschöne Fleckchen für die Nachwelt zu erhalten.

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Autor:

Markus Richter

„Wir haben die Grenze zum Größenwahn gestreift“, bekennt Gerd Janßen. Der Vorsitzende der Freunde der Wittenburger Kirche und seine Mitstreiter hatten bereits vor rund zwei Jahren mit Elfy Will einen Pachtvertrag zur Anlage eines Klostergartens geschlossen. Jetzt hat die betagte Eigentümerin die Flächen abgegeben, um es dem Verein zu ermöglichen, das Grundstück der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Plan: Erstmals seit einhundert Jahren soll es möglich sein, einen Weg rund um das alte Gotteshaus zu beschreiten. Janßen berichtet, welche finanziellen Dimensionen das Vorhaben angenommen hatte – „dann bekamen wir ein Geschenk des Himmels“: Die Iso-Elektra-Heinrich-Piepho-Stiftung sprang ein. Zusammen war nun der Weg frei zum Erwerb des Landes. Der gemeinnützige Fonds, dessen Vorstand Dr. Michael Piepho zur Vertragsunterzeichnung vor Ort war, hat sich den Schutz von Natur, Umwelt und Denkmälern zur Aufgabe gemacht. Hervorgegangen aus einer Elzer Firma beträgt das Stammkapital zurzeit eine Million Euro – die Zinsen kommen weltweiten Projekten zugute. Verschiedene Ziele würden in Wittenburg zusammentreffen, sagt Piepho: Das Ensemble der Natur- und Kulturlandschaft sei unter anderem von einer großzügigen Streuobstwiese geprägt, ein Raum für Mensch und Tier. „Wir wollen den Wert erhalten und mit Leben erfüllen.“

Noch vor Ende Februar sollen Arbeiten beginnen, um das Gelände aufzuwerten. So sollen behutsam Sichtachsen auf die umliegende Landschaft freigelegt werden. Von der erhöhten Position der Finie können Besucher dann die beeindruckende Sicht genießen, meinen die Initiatoren. „Die Gestaltung wird mit Augenmaß vollzogen“, kündigt der Stiftungsvorstand an. „Wir werden einen Fußweg legen – das wird Spaß machen, ihn zu begehen“, verspricht Janßen. Das aufgewertete Kleinod mit „gleichberechtigten Zielen für Tourismus und Naturschutz“ soll im Sommer mit einem Fest eröffnet werden. Über den Kaufpreis des Grundstücks wurde Stillschweigen vereinbart.

Zur Geschichte: Bis ins 12. Jahrhundert stand die Wittenburg strategisch günstig auf dem Hügel auf der südlichen Spitze der Finie nordwestlich von Elze. Vom benachbarten Kloster, seit dem 14. Jahrhundert ein Augustiner-Chorherren-Stift der Hildesheimer Kongregation, blieben nach dem Verfall im Zuge der Revolution Mitte des 16. Jahrhunderts neben der Kirche nur noch Fundamente und Wirtschaftsgebäude erhalten. Unter König Georg III. von Hannover wurde Wittenburg ein Mustergut, seit 1795 war es Versammlungsort der Calenbergischen Landwirtschaftsgesellschaft.



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